Transsib

Transsibirische Eisenbahn – ein Abenteuer in 6 Etappen

Die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein großer Traum vieler Menschen – und dies aus teilweise ganz unterschiedlichen Gründen. Die einen möchten den rustikalen Luxus des Zarengolds genießen, die anderen sind auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer oder nach der meditativen Zeitlosigkeit einer solchen langen Reise auf Schienen.
Und doch eint alle die Sehnsucht nach den unendlichen Landschaften Sibiriens, und der Reiz, auf besondere und authentische Weise Russische Lebenswelten, Sibirische Kulturen und Burjatische Traditionen zu erleben.

Ich bin mir gar nicht so sicher, was mich an einer solchen Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn am meisten beeindruckt. Sicher ist aber, dass meine erste Zugfahrt durch Sibirien eine der spannendsten (Reise-)Erlebnisse in meinem Leben war.
Ein Augenöffner und zugleich ein Türöffner – eine Erfahrung, an der ich gewachsen bin.


Meine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn

Endlich ist es so weit. Die abenteuerliche Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn geht los und der Rucksack ist schon wieder gepackt.
Nach einem Vorgeschmack im ➟Nachtzug von Berlin nach Moskau und einigen erlebnisreichen Tagen in den russischen Vorzeige-Metropolen ➟Moskau und ➟St. Petersburg startet am 22. April 2016 meine Zugreise von Moskau durch die Weiten Russlands.
Transsibirien – Eisenbahn – Reisefieber!
Ein Leben zwischen Zugabteil und Hostelzimmer. Zwischen unentdeckten Großstädten und sibirischen Sonnenuntergängen. Zwischen Moskau und Baikalsee. Auf Schienen Richtung Fernost.

Strecke der Transsibirischen Eisenbahn

1 – Moskau – Nischni Nowgorod | Mit dem Expresszug

Bei der Buchung meiner Transsib-Tickets habe ich für die erste Etappe von Moskau nach Nischni Nowgorod einen kleinen Fehler begangen. Denn die klassische Route der Transsibirischen Eisenbahn startet am Jaroslawer Bahnhof (Ярославский вокзал), einem jener Bahnhöfe am Komsomolskaja-Platz (Комсомо́льская пло́щадь).

Jaroslawer Bahnhof in Moskau von vorne. Startpunkt der Transsbibirirschen Eisenbahn.
Der im Jugendstil erstrahlende Jaroslawer Bahnhof ist der traditionelle Start der Transsib-Route.

Ich habe unwissend jedoch einen schnelleren Zug (728ГА) vom Typ „Lastochka“ gebucht. Diese modernen Nahverkehrszüge, die vom etwas funktionaler gestalteten Kursker Bahnhof (Курский вокзал) bzw. seit 2021 auch vom neuen Ostbahnhof (Восточный вокзал) im Osten der Stadt abfährt.
Früh am Morgen um 8:00 Uhr lasse ich mich also von einem Taxi zum Kursker Bahnhof bringen, bevor ich mich dem üblichen Prozedere an russischen Bahnhöfen hingebe.

Kursker Bahnhof in Moskau von vorne. курский вокзал
Vom Kursker Bahnhof fahren Expresszüge nach Nischni Nowgorod.

Nach der Sicherheitskontrolle, die mehr oder weniger halbherzig vollzogen wird, bewege ich mich zu Gleis 1. Dort gibt es dann eine rein-russische Ansage, woraufhin mich ein netter Mann übersetzend darüber aufklärt, dass der Zug heute von Gleis 11 fahre.

Er hat recht, allerdings befindet sich das Gleis eh an derselben Plattform.

Das Interieur des LastochkaZuges erinnert mehr an deutsche Regional-Bahnen, denn an Transsibirische Eisenbahn-Romantik. Die Fahrt dauert auch nur gute 4 Stunden und wird mich zumindest unaufgeregt und sicher ans Ziel bringen.

Lastochka East Rail Stories
Schneller Regionalzug vom Typ Lastochka.
©Leonid Andronov via Canva.com

Ich ärgere mich zunächst ein wenig, bin mir zugleich aber auch sicher, dass die restlichen gebuchten Züge schließlich das authentische Transsib-Erlebnis vermitteln werden, nach dem ich suche.

Es dauert bestimmt eine Stunde, bis der Zug den urbanen Großraum in und um Moskau verlässt. Eine scheinbar unendliche wie beeindruckende Sequenz an Exponaten moderner Plattenbaukunst bestimmen die Aussicht. Viele Baustellen. Es wird bezahlbarer Wohnraum geschaffen, am Rande der edlen Metropole.

Bahnsteig 1 am Kursker Bahnhof in Moskau.
Warten am Kursker Bahnhof auf den ersten Zug Richtung Sibirien.

Moskau zählt zu den teuersten Städten Europas und führt die Liste der einwohnerreichsten Metropolen Europas an. Während das Bild für sich also schlicht den State of the Art suburbaner Bauprojekte präsentiert, ist besonders dessen Ausdehnung beeindruckend. Von Vorstadt zu Vorstadt. Vom Gleisbett zur Skyline.

Ocker-Braune Neubauten am Rande der Zugstrecke.
Plattenbauästhetik in den Moskauer Vororten.

Und auch ansonsten ist die Landschaft zwischen den Orten erstmal wenig aufregend. Wenige Akzente – ein nüchterner, jedoch keineswegs ernüchternder Auftakt der Zugreise. Die Highlights würden mich ohnehin im Fernen Osten der Route erwarten. Soweit erblicke ich einige hübsche Dörfer mit bunt-bedachten Häusern und Abstellgleise für Waggons der Russischen Eisenbahnen.

Waggons der Russischen Eisenbahnen auf dem Weg nach Nischni Nowgorod.
Waggons der Russischen Eisenbahnen (РЖД).

Eine kurze Fahrt zur Akklimatisierung auf den Schienen Russlands. Ich bin – auf der russischen Skala – schnell am Ziel, in Nischni Nowgorod, und bin gespannt auf die Geschichten, die hier auf mich warten.

Landschaft zwischen Moskau und Nischni Nowgorod.
Rurales Ambiente zwischen Moskau und Nischni Nowgorod.

Fazit | Etappe 1

Die falsche Zugwahl war etwas unglücklich, und beim nächsten Mal weiß ich dann Bescheid, dass die unterschiedlichen Züge von unterschiedlichen Bahnhöfen abfahren. Der traditionelle Start vom Jaroslawer Bahnhof in Moskau dürfte noch mehr Eisenbahnromantik mit sich bringen. Die Fahrt im Expresszug nach Nischni Nowgorod fühlt sich schon etwas zu funktional und steril an. Jedenfalls für diesen Zweck.

Nun ist die Strecke aber ohnehin nicht ganz so groß und spektakulär – und die Fahrt dauert auch im klassischen Zug nur 6-8 Stunden. Daher habe ich auch nicht viel verpasst.
Mit dem 8-Stunden-Zug (Nr. 036Щ) ließe sich aber prinzipiell eine erste echte Nachtfahrt auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn nach Nischni realisieren. Der Nachtzug verlässt den Jaroslawer Bahnhof abends um 23:10 Uhr und erreicht Nischni Nowgorod am nächsten Morgen um 7:10 Uhr.


2 – Nischni Nowgorod – Jekaterinburg | Birken & Bettwäsche

» Zug 002Э Moskau-Wladiwostok

Vor der Abfahrt nach Jekaterinburg bin ich am Bahnhof zunächst etwas verloren, da ich keine angezeigte Auskunft über das Abfahrtsgleis finde, und es auch halbwegs anspruchsvoll ist, sich ohne signifikante Russisch-Kenntnisse durchzufragen. Am Ende bekomme ich jedoch von einer Mitarbeiterin der russischen Bahn die glaubwürdige Information, dass mein Zug „002MA Moskau-Wladiwostok“ um 20:17 h von Gleis 6 abfährt.

Zustieg nur mit gültigem Reisepass

Die Fahrt soll also meine erste „echte“ Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn werden: über Nacht in einem Zug des Typs „Россия (Rossija = Russland). Beim Einsteigen werde ich von der Zugbegleiterin (проводни́ца, Provodnitsa) des Waggons freundlich auf Deutsch begrüßt.
Das liegt nicht daran, dass ich ihr ungefragt von meiner Herkunft erzählte, sondern an dem geordneten Prozedere. Bevor man den Zug der transsibirischen Eisenbahn betritt, wird sowohl das Zugticket als auch der verräterischen Reisepass vorgezeigt.

Pastell-Zeichnung. Bahnsteig eines russischen Bahnhofs. Freundliche, Schaffnerin kontrolliert den Reisepass einer Passagierin. Passagierin möchte in den Zug der Transsibirischen Eisenbahn einsteigen.
East Rail Stories
Obligatorische Kontrolle des Reisepasses beim Zustieg in den russischen Nachtzug.
KI-generierte Zeichnung mit Magic Media (via Canva)

Der Grund dafür ist die Bindung des Tickets und der (obligatorischen) Reservierung an die Passnummer. Was für die meisten Europäer etwas ungewöhnlich ist, ist auch in anderen asiatischen Ländern wie China ein ganz normaler Vorgang.

Wer in Russland und vor allem China unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass Zugreisen dort in mancherlei Hinsicht eher an Flugreisen erinnern. Das beginnt bei den großen Wartehallen in den Bahnhöfen, über mehr (China) oder weniger (Russland) strenge Sicherheitskontrollen mit mehr (China) oder weniger (Russland) funktionsfähigen Metalldetektoren, und endet mit dem Boarding.

Man betritt also nicht frei beweglich das Bahnsteig und wartet auf den Zug, sondern wartet in der Halle, bis der Zugang zu den Gleisen freigegeben wird. Erst infolge der Platz- oder Bettzuweisung durch den:die Prodovnik:Prodovnitsa im Zug gleicht das Reisegefühl dem Zugreisen daheim. Naja, eigentlich nicht ganz…

Komfort im Kupe des Zugs „Rossija
Das Abteil der 2. Klasse

Ich habe für die gesamte Reise Tickets für die 2. Klasse gebucht. Dabei handelt es sich um die Abteil-Klasse, auf Russisch Kupe (купе), bestehend aus Vierbett-Abteilen, die ich mir mit anderen Reisenden teile. Die WC- und Waschräume befinden sich am Ende des Ganges.

In einem Kupe ist man natürlich etwas „privater“ unterwegs als in der preisgünstigeren 3. Klasse: in den Platzkartny (Плацкартный)Wagen bekommt man lediglich eine Liege in einem offenen Großraum-Liegewagen. Hier basiert die eigene Sicherheit in großen Stücken auf Vertrauen. Und ich habe direkt noch von keinen Diebstählen oder Übergriffen von internationalen Platzkartny-Reisenden in der Transsibirien-Eisenbahn gehört.

Waggon Nr. 09. Toilette. Angezeigt im Gang des Schlafwagens.
Für das Nötigste weist die Anzeige in Waggon Nr. 9 darauf hin, dass das WC frei ist.

Auf der anderen Seite bietet das Kupe mehr Kontaktpotenzial als eine Kabine in der 1. Klasse (Spalny Vagon, спальный вагон). Dabei handelt es sich um private Schlafabteile für 2 Personen – meist jedoch ohne eigenes WC und Dusche.

Auf der Reise im Russischen Nachtzug gibt es übrigens immer heißes WasserFor Free! Gleich am Anfang jedes Waggons steht für die Reisenden ein Samowar zur Selbstbedienung bereits. Der Samowar ist ein klassischer russischer Teekessel – also ein Wasserkocher, der aussieht wie ein Schnellkochtopf mit Zapfhahn.

Der Samowar dient bei Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn als Quelle für heißes Tee- und Kaffee-Wasser.
Für heißes Wasser ist stets gesorgt: am Anfang jedes Waggons befindet sich der legendäre Samowar (самовар), ein traditioneller russischer Teewasser-Kocher..

Wenn du einen Schlafplatz im Kupe gebucht hast, wirst du auch mit einem traditionellen Teeglas versorgt, damit du deinen mitgebrachten Instant-Tee oder -Kaffee kulturbewusst genießen kannst. Die Zugbegleiter:innen verkaufen in ihrem Abteil aber auch Teebeutel und Kaffee-Pulver, falls du nix dabei hast.

Und zumindest für die Zahnpflege bekommt man zudem ein kleines Hygiene-Päckchen zur Verfügung gestellt… So wird deine Zugreise nicht nur bequem und authentisch, sondern auch kariesfrei!

Eingepackte Zahnbürste und Erbeer-Zahncreme im russischen Nachtzug.
Man wird mit minimaler Reisehygiene versorgt.

Reden und Schlafen im Kupe

Mein Abteil teile ich mir also mit 3 russischen Mitreisenden: zwei Frauen, vermutlich Mutter und Tochter, sowie einem älteren Mann, der angibt, in New York bei einer Radiostation der Columbia University zu arbeiten und dementsprechend fließendes Englisch spricht.

Dies ist eine dieser Unterhaltungen, welche nicht nur einen der großen Reize des Reisens ausmachen, sondern auch zeigen, wie klein die Welt heutzutage doch ist.
Er erzählt mir von seinem Sohn, der in Berlin als Filmemacher seinen Lebensunterhalt bestreite, und auch bereits in Düsseldorf gedreht habe.
Ich bin erstaunt, wie die einfache Auskunft über das eigene Heimatland oder des genauen Wohnortes immer wieder zu interessanten Unterhaltungen führen, und Menschen dazu motiviert, über ihre eigene Biografie zu referieren. Nun, eine 21-stündige Zugfahrt bietet auch allerhand Gelegenheit für ausgiebige Gespräche.

Flussauen auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn – zwischen Nischni Nowgorod und Jekaterinburg.
Derweil der Ausblick irgendwo in der Nähe des Urals.

Russische Gastfreundschaft – Добро пожаловать в Россию

Eine besondere Erfahrung russischer Gastfreundschaft darf ich zu Beginn dieser Fahrt machen, als die jüngere der beiden Frauen zur Kenntnis nimmt, dass ich mich beim Beziehen meines Bettes (etwas) unbeholfen anstelle. Von dem tragischen Schauspiel frustriert bittet sie mich, das Projekt doch lieber aufzugeben und an sie zu übergeben.

Nun ja, tatsächlich bittet sie mich weder erst, noch kommuniziert sie ihre passive Verzweiflung verbal, sondern sie packt die Dinge direkt an und bezieht mir kurzerhand mein Bett. Dies ist eine Zuvorkommenheit, die ich auch auf dem späteren Streckenabschnitt von Jekaterinburg nach Nowosibirsk nochmal genießen werde.

Was mich aus kultureller Sicht an derartigen Gepflogenheiten begeistert, ist die Diskrepanz zwischen bitterernster Miene sowie entschlossenem Tonfall einerseits, und eben der liebevollen Hilfestellung andererseits. Statt aufdringlich-höflichem Oberflächen-Singsang erfährt man hier „echte“, praktische Gesten der Freundschaft.

An die Kultur des wenig freundlich erscheinenden Gesichtsausdrucks muss ich mich zwar etwas gewöhnen, jedoch fühle ich mich durch die pragmatische Aufmerksamkeit zu jeder Zeit mehr als willkommen im Land.

Добро пожаловать в Россию!

Geflutete Landschaft auf der Route nach Jekaterinburg.
Ganz so viel tut sich landschaftlich nicht.

Auenlandschaften auf dem Weg über den Ural

Die Fahrt von Nischni nach Jekaterinburg ist aus unterschiedlichen Gründen eine besondere Erfahrung – wenn man sie denn zur Kenntnis nimmt. Zum einen passiert man das Ural-Gebirge, welches den ansonsten eher flachen mittleren Westen Russlands in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Zum anderen wird die dadurch definierte geografische Grenze zwischen Europa und Asien überschritten…

Ich halte durchaus Ausschau, jedoch ist von dem Gebirge auf dieser Strecke nicht viel zu erkennen. Auch der an der Bahnstrecke errichtete Obelisk, welcher die Grenze zwischen beiden Kontinenten markiert, entzieht sich leider meiner Aufmerksamkeit

Überflutete Landschaften zwischen Nischni Nowgorod und Jekaterinburg – an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn.
East Rail Stories
Überflutete, auenartige Landschaften sind um diese Jahreszeit- im April 2016 – prägend auf dem Weg zwischen Nischni Nowgorod und Jekaterinburg.

Landschaftlich ist diese Strecke zugegebenermaßen nicht außerordentlich aufregend, was vor allem ihrer weitläufigen Monotonie geschuldet ist. Zumeist durchdringen wir unendlich erscheinende Birken- und Nadel-Wälder in Niederungen, die in vielen Bereichen zu dieser Jahreszeit überflutet sind.

Als wir zur Abwechslung mal kleinere Siedlungen passieren oder an einem Flussabschnitt entlangfahren, gewinnen diese Auen jedoch plötzlich enorm an Attraktivität. Vielleicht liegt es an den frech kontrastierenden bunten Dächern oder an der sich entschlossen einschleichenden Asymmetrie des Panoramas.

Vielleicht aber auch an der schlichten Abwechslung nach stundenlangem Studium von Kiefern-Birken-Gesellschaften.

Wie ein Fußballspiel – nur länger als 90 Minuten

Dies soll nicht heißen, dass die Fahrt durch den Ural langweilig ist. Ganz im Gegenteil. Irgendwie ist es wie ein spannendes Fußball-Spiel, bei welchem über den gesamten Spielverlauf hinweg am Ende eben nur zwei Tore fallen. Die Tore markieren die dramaturgischen Höhepunkte des Ereignisses und wecken Vorfreude auf das nächste Spiel.

Diese Fahrt dauert insgesamt circa 21 Stunden, und es gibt sicherlich unterschiedliche Typen von Reisenden, die sich auf unterschiedliche Art und Weise beschäftigen oder bei Laune halten.

Die Einheimischen, die diese Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn vielleicht häufiger und routinierter antreten (und entsprechend versiert bei dem Beziehen der Bettdecken sind), dürften von dem Reiseerlebnis weniger beeindruckt sein als die*der ausländische Transsib-Reisende auf ihrer*seiner persönlichen Jungfernfahrt.

Kleiner Bahnhof an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn zwischen Nischni und Jekaterinburg. Ein Mann steht am Bahnsteig,
Ein kleiner Bahnhof – eine kleine Abwechslung.

So steigen etwa in Permder letzten großen Stadt vor der Ural-Passage – drei Jugendliche in mein Abteil, die sich durchgängig mit einem Kartenspiel amüsieren, während ich gebannt auf den nächsten landschaftlichen Impuls warte.

Die in Perm aussteigenden Abteil-Genoss:innen lesen und unterhalten sich, wenn sie nicht schlafen. Generell sind Offenheit und Kommunikationsfreude der russischen Zugreisenden auffällig hoch und an sich schon die lange Reise wert.

Du kannst dich, sofern du die Sprachbarriere überwinden kannst, immer in die Gespräche einbinden – oder du gibst dich einfach dem monotonen Ausblick sowie dem Schienen-Rattern hin. Einfach die Reisezeit meditativ für dich nutzen.

Selfcare auf Schienen!

Transsibirien Eisenbahn Haltestelle. Kleiner russischer Bahnhof mit rotem Spitzdach kurz vor Jekaterinburg.

Fazit | Etappe 2

Neben den kleineren landschaftlichen Attraktionen und bisweilen entgegenkommenden Zügen sind kleinere Zwischenstopps und Provinzbahnhöfe immer wieder eine schöne Abwechslung.

Die Fassaden vieler russischer Bahnhöfe sind in den typischen, auffälligen Pastell-Farben gehalten. Doch auch hier bietet die Strecke Abwechslung, und man begegnet neben starren Funktionsbauten auch solchen mit lieblichen Features.

Die legendären Babuschkas (Ба́бушка), jene Frauen, die die Reisenden auf den Bahnsteigen mit Speis und Trank versorgen, nehme ich auf diesem Streckenabschnitt noch nicht wirklich zur Kenntnis. Dies sollte sich später – ab West-Sibirien – ändern. Bis dahin erkunde ich erstmal Jekaterinburg, meine erste Station auf dem asiatischen Kontinent. Um 17:10h ist es so weit. Meine erste Nachtfahrt in der Transsibirischen Eisenbahn geht zu Ende, und ich erreiche die viertgrößte Stadt Russlands.

3 – Jekaterinburg – Nowosibirsk | Gentleman & Räucherfisch

» Zug 092И Moskau–Severobaykalsk

Die 3. Etappe von Jekaterinburg nach Nowosibirsk trete ich mit mindestens einem weinenden Auge an, denn in der Stadt an der Isset habe ich mich besonders wohl und willkommen gefühlt. Aber jede Backerpacker-Tour geht irgendwann mal weiter – und immerhin fährt der Zug mit der Nummer 092И erst am späten Abend.

Mit dem Drunken Driver zum Bahnhof

Für die Fahrt zum Bahnhof von Jekaterinburg habe ich mir ein Taxi bestellt – das nächste kleine Abenteuer. Die Windschutzscheibe des Fahrzeugs ist – gelinde gesagt – gesprungen, und der Fahrer maskulin-angetrunken, aber durchaus freundlich und lustig.
Auch von diesem Kollegen bekomme ich mitgeteilt, dass er sich über meinen Besuch in Russland – und besonders Jekaterinburg – freut, jedoch kann ich dasselbe nicht über seinen feuchtfröhlichen Fahrstil sagen.

Naja, das zählt dann wohl zu den mehr oder weniger kleinen Risiken, die man als Reisender in Kauf nimmt. Generell schätze ich tatsächlich die im Straßenverkehr lauernden Gefahren als die größten ein, die einen bei solchen internationalen Reisen erwarten.
Sofern man sich nicht auf extreme Wetter-und-Kletter-Bedingungen einlässt.

Bahnhof Jekaterinburg, bunt beleuchtet bei Nacht. вокзал Екатеринбург
Goodbye Jekaterinburg. Schweren Herzens verlasse ich die Stadt

Routine am Bahnhof

Am Bahnhof warte ich also wie gewohnt auf die Boarding Time für meinen Zug Nr. 092 (Поезд 092И) nach Nowosibirsk, dessen Abfahrt auf 21:55 Uhr angesetzt ist. Mittlerweile begreife ich auch die Gepflogenheiten an russischen (Transsib-) Bahnhöfen etwas besser.
In der Wartehalle zeige ich einer Kondukteurin selbstsicher mein Ticket und warte, bis die Gleisnummer an der Anzeigetafel auftaucht. Dies geschieht erneut relativ kurzfristig, ca. 15-20 Minuten vor Einfahrt des Zuges.

Auch der Rest ist wie gehabt: am Bahnsteig zeige ich mein Ticket und meinen Reisepass beim Einstieg dem für meinen Schlafwagen zuständigen Provodnik (проводник) und freue mich auf meine reservierte Koje in der 2. Klasse – im Kupe.

 Zug 092 von Moskau nach Sewerobaikalsk
Transsibirien – Zug 092 von Moskau nach Sewerobaikalsk (Северобайкальск).
Die angezeigten Zeiten orientieren sich an der Moskauer Zeitzone, die hier zwei Stunden zurückliegt.

Komfort im Kupe von Zug Nr. 92

Dieser Zug ist im Vergleich zum „Rossija“ innen etwas „klassischer“ ausgestattet. Die Wände und Türen sind allesamt mit einer charmant-polierten Holzvertäfelung versehen und die Schlafplätze und Bettdecken haben sicher auch schon die ein oder andere turbulente Geschichte zu erzählen.

Die etwa 22-stündige Fahrt verbringe ich mit zwei Männern in einem Kupe- (2. Klasse) Abteil. Einer der beiden scheint ein Soldat auf Heimreise zu sein, der andere ein gut gekleideter Gentleman mit einigermaßen guten Englisch-Kenntnissen.
Das ist tatsächlich eine Besonderheit, auf die man relativ selten in den Zügen der Transsibirischen Eisenbahn trifft. Wie bereits auf meinem letzten Streckenabschnitt wird mir gastfreundlicher Weise – durch den Gentleman – mein Bett bezogen. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob es wirklich die reine Gastfreundschaft ist oder ob ich mich nicht doch allzu deppert anstelle.

Holzverkleidung im Gang des Schlafwagens in Zug Nr. 92 von Moskau nach Severobaikalsk.
Klassisches Interieur mit hölzerne Vertäfelung in Zug 092.

Ich fühle mich im Abteil jedenfalls willkommen, und mir wird durchaus auch Interesse an meiner Reiseroute entgegengebracht. Der Gentleman stammt aus Tomsk (Томск), einer wohl sehr pittoresken Großstadt in der Nähe (sibirische Skala) von Nowosibirsk. Er rät mir, unbedingt einen Abstecher per 5-stündiger Busfahrt dorthin zu machen.

Obwohl mich die Idee reizt, und man in Tomsk wohl die volle Dosis sibirischer Holzhaus-Architektur erleben kann, bleibe ich bei meiner geplanten Reiseroute, die zeitlich auch so bereits relativ knapp bemessen ist. Leider.

Traditioneller, metallerner Teeglashalter Подстаканники in der Transsibirischen Eisenbahn.
Lecker Teechen im traditionellen Teeglashalter Podstakanniki (Подстаканники) der russischen Eisenbahn (RŽD, РЖД).

Ich hatte die gesamte Route bis Peking im Vorfeld durchgebucht, aus Furcht vor überfüllten Zügen und Ticketknappheit bei spontanen Fahrten. Um diese Jahreszeit im April/ Mai scheint dies jedoch kein Problem zu sein. Eine Einschränkung ist dagegen freilich die vierwöchige Gültigkeit des Russland-Visums. Ich möchte mich nicht in der Situation wiederfinden, das Visum überzogen zu haben und vielleicht nicht mehr ausreisen zu können.

Kurzausflug in Omsk

Nach der friedlichen Nachtruhe treffen wir am Morgen in Omsk (Омск) ein, jener Stadt, die ich von meiner ursprünglichen Route gestrichen hatte. Da der Zug hier einen längeren Stopp einlegt und der Gentleman eben ein Gentleman ist, bietet er mir an, gemeinsam den schönen Bahnhof (Омск-Пассажи́рский) zu besichtigen.

Tatsächlich ist dieser Bahnhof, der Ende des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Konstruktion der Transsibirischen Eisenbahn errichtet und in seiner heutigen Erscheinung 1958 fertiggestellt wurde, einer der eindrucksvollsten Bahnhöfe auf der Reise.
Stilistisch erinnert er an den Weißrussischen Bahnhof in Moskau und den Bahnhof Nowosibirsks, und wartet mit einer großen Wartehalle auf.

Ich stehe in Schlappen vor dem Bahnhof von Omsk.
East Rail Stories
Der Bahnhof von Omsk gehört zu den beeindruckendsten auf der Transsibirischen Route.

Nach einer kurzen Fotosession wird es dann noch spannend. Wir haben unsere kleine Exkursion nämlich etwas verspätet angetreten und letztlich nur 10 Minuten Zeit, bis die Schaffnerin ihren Lungeninhalt wieder durch ihre Pfeife filtrieren würde.

Das hält den Gentleman nicht davon ab, nochmal die Toilette aufsuchen zu müssen und mich zu bitten, die Prodovnica um etwas Geduld zu bitten. Schließlich genießen alle Prodovniks vor den Waggons noch ihre Zigarettenpause, begrüßen mich mit einem freundlichen „Gute Morge“ und lassen auch den heran rennenden Gentleman noch einsteigen.

Aus dem Zugfenster der Transsibirischen Eisenbahn auf den Bahnhof von Omsk.
Für mich nur ein kleiner Stopover im Omsker Bahnhof. Weiter geht´s nach Nowosibirsk.

Räucherfisch in Barabinsk

Das nächste klassische Highlight auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn wartet dann auch schon fünf Stunden später auf mich: der Bahnsteig von Barabinsk (Барабинск).

Die mittelgroße Stadt ist besonders für ihre lokalen, aus den umgebenden Seen stammenden Fischerzeugnisse berühmt. Und so versammeln sich hier am Gleis mehrere Verkäufer:innen, die an Metallhaken angereihte Räucherfische feilbieten. Auch meine beiden Kabinengenossen haben sich nicht zweimal bitten lassen, und kehren mit je einer halbvollen Tüte dieser aromatischen sibirischen Spezialitäten zurück ins Abteil. Mir wurde durchaus angeboten, davon mitzunaschen
Ich ärgere mich mittlerweile ein wenig, damals abgelehnt zu haben. Am Ende war die davon ausgehende Geruchsnote weniger schlimm als man sich das klischeehaft erzählen würde.

Fischverkauf am Bahnhof in Barabinsk.
Verkauf von geräucherten Fischen am Bahnsteig von Barabinsk (Бара́бинск).
Auch meine beiden Abteil-Genossen erfreuen sich des Angebots.

Ansonsten ist die Fahrt bis zur Ankunft in Nowosibirsk wenig aufregend. Die landschaftliche Monotonie verliert als solche irgendwann – also nach etlichen Stunden – vollständig ihren Reiz und auch die erforderliche Kompromissbereitschaft im Abteil strengt mich bisweilen an.

Man muss dazu wissen, dass es in diesen Abteilen je zwei Ober- und zwei Unterbetten gibt. Tagsüber werden die unteren Liegen von allen Mitreisenden in der Kabine als Sitzgelegenheiten genutzt. Das heißt, dass es als unhöflich aufgefasst werden könnte, wenn man seinen Schlafplatz liegender Weise als solchen nutzt.

Ausgestreckte Beine auf einer Koje im Kupe der Transsibirien Eisenbahn nach Nowosibirsk.
Nicht immer ist es höflich, sich auf seine Liege im Kupe zu legen.

Zwischendurch gibt es noch ein kleines Unterhaltungsprogramm: aus einem Tablet wird ein in russischer Sprache kommentierter Film über traditionellen Schiffsbau in der abgelegenen sibirischen Taiga angesehen. Immerhin wird versucht, mir das Gesehene ein wenig zu erklären. Und die filmische Darstellung der Handanfertigung von einteiligen Schiffsrümpfen aus Baumstämmen (innerhalb von 3 Tagen) ist schon beeindruckend.
Schließlich erreichen wir Nowosibirsk am Abend, und ich verabschiedete mich vor dem Bahnhof noch von dem Gentleman. Er versucht ein letztes Mal (vergeblich), mich von einer Weiterreise nach Tomsk zu überzeugen.

Das nächste Mal – mit Sicherheit das nächste Mal!

Fazit | Etappe 3

Die Fahrt mit dem Nachtzug von Jekaterinburg nach Nowosibirsk hatte so ziemlich alles im Angebot, was man von einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn erwartet. Jedenfalls geht es mir so.

Der Zug mit der Nr. 92 kommt mit einem sehr rustikalen Charme und schickte mich wenigstens ein paar Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit. Der Komfort – und vielleicht auch die Appetitlichkeit – des Interieurs ist natürlich nicht ganz auf dem Niveau des „Rossija oder „Jenissei„. Dafür bekommst du in diesem Zug die oft erhoffte Portion Authentizität. Dass ich dabei noch interessante Gesellschaft hatte und an den berühmten Räucherfischen von Barabinsk riechen durfte, rundete diese Erfahrung nochmal ab.
Auch, wenn es zwischendurch mal langweilig oder auch etwas anstrengend werden kann. Das gehört bei dieser Reise halt dazu.

4 – Nowosibirsk – Krasnojarsk | Erhellte Osternacht

» Zug 056ЫА Moskau-Ulan-Ude

Alleine im Kupe

Mein Zug nach Krasnojarsk fährt um 18:34 h ab. Mittlerweile bin ich bereits selbstbewusster Transsib-Routinier und stelle am Bahnhof nur noch eine einzige Orientierungsfrage. Der Zug Nr. 056ЫА fährt schließlich von Gleis 1 und ist vom Typ „Jenissei“.
Das bedeutet komforttechnisch natürlich ein ‚Upgrade‘ zur vorangegangenen Fahrt. Die Innenausstattung ist modern, mit Lesebeleuchtung, heller Innenauskleidung und weniger mitgenommenen leuchtend-blau bezogenen Bänken.

Und ein noch größeres Upgrade ist es, dass ich das gesamte 4er-Kupe-Abteil für mich allein habe. Das bedeutet: „Beine ausstrecken und in den sibirischen Sonnenuntergang blicken!“

Einfahrender Zug der Transsibirischen Eisenbahn am Bahnhof von Nowosibirsk.
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Einfahrt des ‚Jenissei‘ Zugs in den Bahnhof Nowosibirsk.

Monotonie und Lichtzauber am Fuße des Altai

Und ganz nebenbei kann ich mich in meditativer Manier wieder komplett dem Klickety Klack des Rad-Schienen-Systems hingeben. Und mich von dieser dynamischen Monotonie des Ratterns in den Schlaf begleiten lassen.
Es ist natürlich auch etwas schade, dass ich hier keinen Austausch mit (einheimischen) Mitreisenden habe. Nach der letzten Etappe freue ich mich aber auf die Extraportion Erholung während dieser ohnehin nur ca. 12-stündigen Fahrt weiter Richtung sibirischem Osten.

Kleines sibirisches Dorf aus dem Fenster der Transsibirischen Eisenbahn.
Die sibirische Weite mit sichtbarer Hügellandschaft und kleinen Siedlungen.

Auch auf dieser Strecke der Transsibirischen Eisenbahn dominiert landschaftlich die konsequente, sibirische Weite im Einklang mit der sturen vegetativen Monotonie. Oder einfach: die Birken, die Birken, die Birken
Im Vergleich zur vorangegangenen Etappe verändert sich die Landschaft durchaus ein wenig – für sibirische Verhältnisse. In leichten Ansätzen zeigen sich auf der Reise nach Krasnojarsk die nördlichen Ausläufer des südsibirischen Altai-Gebirges.

Sibirische Monotonie aus dem Fenster der Transsibirischen Eisenbahn. Kahle Bäume im Frühjahr.
Landschaftliche Reize oder Monotonie zwischen Nowosibirsk und Krasnojarsk?

Zwischen den zahlreichen Birken und Nadelbäumen tauchen auch immer wieder kleine Dörfer aus Holzhäusern auf. Ich genieße die Eindrücke vor der Kulisse des Sonnenuntergangs. Und dann wird es dunkel – aber mit einem lichten Akzent.
Es ist die Nacht zum orthodoxen Ostersonntag – am Himmel steigen über einigen Dörfern Feuerwerksraketen auf.

Hellblaue Garnituren im Zug der Transsibirischen Eisenbahn Zug Nr. 082И.
Allein im Kupe-Abteil eines modernen Zugs des Typs ‚Jenissei‘.

Unter orthodoxen Christen ist der Griff zur Pyrotechnik in der Osternacht nicht unüblich. Nach dem festlichen Gottesdienst um Mitternacht wird in manchen Gemeinden Feuerwerk abgefeuert, um die Auferstehung Jesu Christi gebührend zu feiern.
Христос воскрес!

Feuerwerk in der russischen Osternacht.
Feuerwerk in der Osternacht

Nach eine ansonsten ereignislosen Fahrt im leeren Abteil erreiche ich die Stadt am Jenissei am frühen Morgen um 7:40. Ich freue mich auf meine erste Wanderung in der sibirischen Natur während dieser Reise.
Neben dem Stolby Nationalpark warten in Krasnojarsk ein wunderschönes Flusspanorama und eine Extraportion russische Geschichte auf mich: der russische Ostersonntag fällt im Jahr 2016 auf den 1. Mai. Der Tag der Arbeit in post-kommunistischen Gefilden.

✔ Fazit | Etappe 4

Die Etappe zwischen Nowosibirsk und Krasnojarsk war dank eines leeren Kupe-Abteils für mich sehr angenehm und entspannend. Auch den gehobenen Komfort von Zug Nr. 082И habe ich durchaus genossen.
Allerdings war diese Fahrt auch weniger spektakulär als die anderen Streckenabschnitte der Transsibirien Eisenbahn. Einerseits, weil der moderne Zug nicht so den Vintage-Flair hatte – andererseits, weil ohne Gesellschaft im Abteil quasi auch das authentische Kultur-Erlebnis ausbleibt. Und die meiste Zeit über war es natürlich auch dunkel.
Das Highlight war dann im wahrsten Sinne das Osterfeuerwerk – also irgendwie doch ein authentischer Hauch lokaler Traditionen.

5 – Krasnojarsk – Irkutsk | Welcome to Siberia

» Zug 070Ч Moskau-Tschita

Nachtmittags um 13:24h geht es mit Zug Nr. 070Ch (070Ч) weiter von Krasnojarsk nach Irkutsk. So langsam wird es ernst. Ich nähere mich dem Baikal-See, Höhepunkt und Belohnung einer jeden Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Diesmal wird es auch wieder eine ordentliche Tag- und Nachtfahrt mit einer Fahrzeit von 19 Stunden bis Irkutsk. Und so werde ich auch wieder etwas mehr von Sibirien zu sehen bekommen, denn die Fahrt startet bei sonnigem Tageslicht mit halbwegs blauem Himmel.

Krasnojarsker Bahnhof, Plattform 2 - Einfahrt Zug 070Ч um 8:40 Moskauer Zeit.
Der Zug 070Ч nach Irkutsk fährt gemäß der Moskauer Zeitzone pünktlich ein.

Wie immer beziehe ich ein Kupe-Abteil, das ich mir mit einem jungen Isländer und einer jungen, gut englisch-sprechenden Russin teile. Die Kabine ist also nicht voll besetzt. Dafür werde ich später noch dankbar für exakt diese Gesellschaft sein. Denn auf und drei kommt im Laufe der Fahrt noch eine interessante, gemeinsame zwischenmenschliche Erfahrung zu, von der zunächst noch nichts zu ahnen ist.

Transsibirien Eisenbahn -
Lokomotive von Zug Nr. 070Ч am Bahnhof Krasnoyarsk-Passazhirskiy.
East Rail Stories
Pünktliche Einfahrt des Zugs 070Ч am Bahnsteig Nr. 2 in Krasnojarsk.
Hügelige Landschaft kurz vor Irkutsk neben den Gleisen der Transsibirischen Eisenbahn.
Sibirische Landschaft kurz vor Irkutsk. Es bleibt leicht hügelig.

Hilfsbereitschaft im Russischen Nachtzug

Als ich Sascha endlich „los bin“, steigt an der nächsten Station eine ältere Dame mit mehreren ziemlich schweren Kisten zu.
Ich helfe ihr dabei, das Gepäck in das PlatzkartnyAbteil zu tragen. Es sind wirklich ziemlich schwere Kisten und ich muss meinem Rücken ein wenig Entspannung versprechen, damit er das mitmacht.

Auf der gesamten Strecke der Transsibirischen Eisenbahn begegnet man vielen Menschen, die den Zug auch für den Transport größerer Mengen an Waren nutzen.
Ich bin erstaunt und frage mich, wie diese Frau mit ihren vier extrem schweren Kisten es schafft, diese Reise im Alleingang zu bewältigen. Offenbar kann man sich hierzulande schlichtweg auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitreisenden verlassen.

Zeichnung zeigt Frau mit riesigem Paket auf dem Weg zum Zug am Bahnsteig.
Transsibirien Eisenbahn Reise.
KI-generierte Zeichnung mit Magic Media (via Canva)

Die mir entgegengebrachte Hilfsbereitschaft ist sicher nicht spezifisch für ausländische Touristen, sondern meiner Meinung nach ein Teil der russischen Kultur. Ein Teil solidarischen Miteinanders. Wie zuvor an diesem Abend beobachtet, lässt sich selbst eine konstruierte Anfeindung kurzerhand in ein „brüderliches“ Verhältnis überführen.

Russische Lokomotive stößt schwarzen Rauch in die Luft. Spiegelung in einem See.
East Rail Stories

Tochter des Baikal

Den Rest der Fahrt kann ich schließlich der vorbeiziehenden Landschaft und meiner heute besonders wohl-verdienten Nachtruhe widmen. Es bleibt weiter leicht hügelig und etwas abwechslungsreicher als auf den Etappen im Westen Sibiriens.
Einige schöne Provinz-Bahnhöfe passieren wir unterwegs, während der Mythos Baikalsee immer näher kommt. Eigentlich nähern wir uns mit der Transsibirischen Eisenbahn ja dem Baikalsee. Und dessen Sagenwelt macht sich allmählich bemerkbar. Denn der letzte Stopp vor Irkutsk ist die Großstadt Angarsk (ангарск), deren Name bereits auf den nächsten großen sibirischen Fluss hinweist, die Angara (Ангара).

Vom Zug aus der Bahnhof von Angarsk in Sibirien. Zwei Leute stehen vor dem Gebäude. ангарск
Nun ist es nicht mehr weit: Bahnhof von Angarsk (ангарск).

Die Angara ist jedoch nicht nur irgendein großer Fluss… Sie wird auch die (einzige) „Tochter des Baikal“ genannt. Dies hat einerseits mit dem großen Mythos rund um den ➟Schamanenfelsen auf der Insel Olchon zu tun. Andererseits ist die Angara auch der einzige Abfluss des Baikalsees, und sie steht den hunderten von Zuflüssen, den Söhnen des Baikals, gegenüber.

Blick auf ein sibirisches Dorf aus dem Zugfenster.
Kleines sibirisches Dorf mit Front-Acker.

Ankunft in Irkutsk

Nach dem Ausstieg in Irkutsk am frühen Morgen begegne ich vor dem Bahnhofsgebäude nochmal Sascha, der sich offenbar am Kiosk mit leckeren Snacks für seine weitere Fahrt nach Tschita (Чита) eingedeckt hat. Wir bekräftigen nochmal unsere Freundschaft, wünschen uns alles Gute für die weitere Reise und verabschieden uns. Leider versäume ich es, ein gemeinsames Selfie zu schießen. Egal. Neumodischer Firlefanz! 🌲🤗🌲Welcome to Siberia!

Irkutsk Bahnhof transsibirische eisenbahn East Rail Stories
Ankunft in Irkutsk – näher an den Baikalsee geht´s nicht mit dem Zug.

✔ Fazit | Etappe 5

Die Zugfahrt von Krasnojarsk nach Irkutsk war vor allem durch die interessante Begegnung im Speisewagen geprägt. So eine Story bleibt natürlich hängen, da sie – beginnend beim fließenden Vodka – einige Klischees bedient.
Den Alkoholkonsum erlebe ich in den russischen Zügen sonst eigentlich als sehr gemäßigt – wenn überhaupt. Denn Alkohol ist in der Transsib prinzipiell verboten. Mit Ausnahme des Speisewagens.
Dass es vielleicht fast zu einem körperlichen Übergriff gekommen wäre – geschenkt. Ist ja nochmal gut gegangen. Und man will ja schließlich auch was erleben auf so einer Reise. Landschaftlich kamen hier keine ganz großen Akzente dazu.
Aber der Spirit vom Baikal wurde spürbarer. Und von Irkutsk ging es dann ja auch per Marschrutka an das Heilige Meer der Schamanen


6 – Irkutsk – Ulan-Ude | Mit dem Zug entlang des Baikalsees

» Zug 020ЧА Moskau-Peking

Der vielleicht schönste und berühmteste Streckenabschnitt auf der Transsibirischen Route Richtung ➟Peking ist jener von Irkutsk nach Ulan-Ude im Herzen Burjatiens. Die Zugfahrt ist mit circa 8 Stunden vergleichsweise kurz und in meinem Fall keine Nachtfahrt. Aber die Landschaft entlang der Strecke ist umso eindrucksvoller.
Ich habe mich für eine frühe Fahrt von 8:14 h bis 16:21 h mit Zug Nr. 020ЧА entschieden. Dies ist übrigens jener Zug, der die komplette Transmandschurische Route von Moskau über Harbin nach Peking abfährt.

Der Größe Höhepunkt – Fenster zum Baikalsee

Die Strecke führt entlang des West- und Südufers des Baikalsees. Die wunderbare Aussicht auf das größte Süßwasserreservoir der Erde bekommt man (in Richtung Ulan-Ude) auf der linken Seite des Zuges. Für mich bedeutet das, dass ich mich die meiste Zeit in den Gang des Schlafwagens stelle und meine Nase ans Fenster klebe.
Von meinem leeren Kupe-Abteil aus gibt es zwar auf der rechten Seite der Strecke auch Interessantes zu sehen, wie beispielsweise die traditionellen sibirischen Holzhaus-Siedlungen.

Transsibirische Magistrale entlang eines Strands am Baikalsee im Frühjahr 2016.
Eine fantastische Belohnung nach etwa 5500 km in der Transsibirischen Eisenbahn.

Dennoch gewinnt natürlich der Baikalsee auf der linken Seite das Rennen um meine Aufmerksamkeit. Diese Teilstrecke liefern tatsächlich jene fantastischen Bilder, die man immer wieder stellvertretend für die Reise mit der Transsibirische Eisenbahn in Reisereportagen und Insta-Feeds zu sehen bekommt.
Eine malerische Belohnung nach Tausenden von zurückgelegten Kilometern, die von einer monotonen Kulisse endloser Birkenwälder und Flussauen geprägt waren.

Das Eis schmilzt. Nahe der Küste liegen restliche Eisschichten des Winters auf dem Baikalsee neben den Eisenbahnschienen.
Der Baikalsee zwischen den Jahreszeiten im Mai 2016.

Allerdings habe ich an meinem Reisetag nicht ganz soviel Glück mit den Wetterbedingungen. Die Sicht auf den riesigen See und die Küste ist zumeist etwas nieselig und eingetrübt. Zeitweise ziehen sich die Wolken rasch zurück, als wollten sie sich vor der erhabenen Pracht der Zarenbahn verbeugen. Nur um das kaiserliche Einverständnis für die wiederkehrenden Launen der Natur zu erbeten.

Sibirische Dörfer am Ufer des Baikalsees nahe der Eisenbahn.

Und so zeigt sich mir der Baikalsee in einigen seiner unterschiedlichen saisonalen Stadien. Streckenweise sehe ich am Ufer noch die letzten Reste der winterlichen Eisdecke – dann zeigt er sich plötzlich quicklebendig in seinem Frühlingsgewand. Kleine Wellen brechen am Ufer und begrüßen die Reisenden im fernen Osten Russlands.

Entlang der Selenga durch Burjatien

Südlich von Irkutsk und des Baikals durchqueren wir die hügelige Landschaft Burjatiens mit ihren majestätischen Bergformationen und eisigen Schneegipfeln, den charmanten kleinen Dörfern und einem überraschenden Schleier aus herabrieselndem Neuschnee, der den Nadelwald bedeckt.

Verschneite Landschaft Burjatiens
Die Landschaft Burjatiens.

Später wird die Route dann noch von der mächtigen Selenga (Селенга) begleitet, einer der größten Zuflüsse des Baikalsees und quasi Oberlauf der Angara. Oder gemäß der schamanischen Mythologie: größter Sohn des Baikals und Bruder der Angara.

Der Zug überquert die mächtige Selenga auf einer pragmatisch konstruierten, rustikal gestalteten Stahlbrücke und gewährt mir Blicke auf eine ebenso rustikale Landschaft zum Jahreszeitenwechsel. Ein Blick auf eine Region, die irgendwie noch zerstreuter und etwas bunter wirkt als die Etappen zuvor. Wohl nicht ganz zufällig.

Sibirisches Dorf und Stahlbrücke für die Transsibirische Eisenbahn über den Selenga-Fluss.
Blick auf zwei Brücken über die Selenga.

Burjatien zeichnet sich nicht nur durch eine reiche Kultur und buddhistische Traditionen aus, sondern auch durch die lebendige Vielfalt der Landschaften und die bunte Mischung ethnischer Einflüsse. Dabei sticht auch die vermeintlich sehr ähnliche, jedoch nicht identische Geschichte und Kultur der Burjaten im Vergleich zu jener der Mongolen ins Auge. Rund um den Baikalsee ist das Wasser naturgemäß weniger knapp, und der nomadische Lebensstil daher historisch nicht so dominierend wie in der ➟trockenen Mongolei.

Vernieselte Atmosphäre über der Selenga auf dem Weg mit der Eisenbahn nach Ulan-Ude. Am Ufer ist es hügelig.
Blick auf zwei Brücken über die Selenga im Herzen Burjatiens

Mit diesen besonderen Eindrücken freue ich mich auf meine letzte Station in Russland – auf die Hauptstadt der Teilrepublik Burjatien, Ulan-Ude.
Mein letzter Stopp vor der Mongolei

✔ Fazit | Etappe 6

Die Etappe von Irkutsk nach Ulan-Ude entlang des Baikalsees ist der ästhetische Höhepunkt meiner Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. In den kurzweiligen 8 Stunden bietet die Fahrt wirklich atemberaubende Ausblicke auf den Baikalsee – im Frühjahr sogar in verschiedenen saisonalen Stadien.
Auch die landschaftliche Vielfalt Burjatiens hat es mir angetan – jedenfalls in den Ansätzen, die sich mir im Schoße der Selenga präsentierten. Im Zug selbst waren mir diesmal keine weiteren Begegnungen vergönnt. Mein Kupe war leer – nur phasenweise hat sich eine Einheimische stillschweigend mit einem guten Buch dazugesellt.
Aber bei dieser Aussicht auf den Mythos Baikal braucht es auch gar keine weitere Unterhaltung!

✔ Fazit – Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn

✔ Komfort und Reiseerlebnis

Für die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn gibt es unterschiedliche Optionen bezüglich der Komfort-Klassen, die zum Teil unterschiedliche Reiseerlebnisse versprechen. Grundsätzlich heißt es, dass Intensität und Authentizität des Lebens im Zug mit steigendem Komfortniveau abnehmen.
Eigentlich ein guter Deal: Je billiger, desto aufregender. Allerdings kann das natürlich jede*r unterschiedlich bewerten – Budget sowie Sicherheits- und Ruhebedürfnis sind sehr unterschiedlich. Das gute aber ist: solltest du Zwischenstopps einplanen, bist du flexibel und kannst für die einzelnen Reiseabschnitte unterschiedliche Klassen buchen.

Zugfenster zur sibirischen Landschaft mit Bergen.

Ich selbst habe die Reise von Moskau bis Ulan Ude vollständig im Kupe-Abteil (2. Klasse) verbracht.
Auf den meisten Streckenabschnitten kam ich dabei auch in Kontakt mit einheimischen Mitreisenden. Die Russen kamen dabei immer auf mich zu. Ich erlebte dabei eine ungewohnte Gastfreundschaft, großes Interesse und ehrliche Herzlichkeit.

Reiseklassen der Transsibirischen Eisenbahn

KomfortklasseBezeichnung Art
1. KlasseLuxPrivates Abteil mit 2 Betten
2. KlasseKupe Geteiltes Abteil mit 4 Betten
3. KlassePlatzkartny Großraumwagen mit 54 Betten
1 Transsib Fussgaenger Gleise East Rail Stories


Vermutlich bekommst du im Großraum-Wagen der PlatzkartnyAbteile (3. Klasse) einen noch intensiveren Eindruck von dem sozialen Reiseleben während der langen Strecken durch Sibirien.
Ich persönlich genieße als eher introvertierter Mensch auch die Phasen der Ruhe und halte die Kupe-Variante mit maximal 3 Mitreisenden im Abteil für den idealen Kompromiss.

Für viele ist die Gesellschaft im Abteil natürlich das eigentliche Reiseerlebnis mit der Transsibirischen Eisenbahn. Auf diese Weise tauchst du ganz von selbst ein wenig in das echte russische/ sibirische Leben ein. Wenigstens in eine wichtige Facette des Lebens in diesem riesigen Land. Und jedenfalls während einer kurzen Episode.

Schlafwagen der Transsibirischen Eisenbahn am Bahnsteig in Krasnojarsk.

✔ Sibirische Landschaften

Da müssen wir uns nichts vormachen! Die landschaftlichen Eindrücke allein sind über weite Strecken sehr monoton und langweilig. Besonders im Westen Sibiriens – Nadelwald und geflutete Birken-Haine im Frühjahr. Vielleicht bringen die Sommer- oder Wintermonate ja etwas mehr ästhetische Würze mit – aber die sibirische Vegetation bleibt nunmal die sibirische Vegetation.

Flusslauf an den Schienen der Transsib.


Spannender wird es tatsächlich nach Osten hin – in den Ausläufern des Altai bei Krasnojarsk. Und dann mit dem zweifelsfreien Höhepunkt auf der kurzen Strecke zwischen Irkutsk und Ulan Ude, entlang des majästetischen Baikalsees. Und auch die verschiedenen Eindrücke von der Region Burjatien bleiben mir im visuellen Gedächtnis. Das Tolle ist hier, dass man entlang der Zugstrecke bereits ein grobes Bild von der Geographie und Mythologie des Baikalsees bekommt. Wenn man den will… Die vielen Zuflüsse und der einzige Abfluss dieses riesigen, sagenbehafteten Herzen Sibiriens erzählen schon ihre eigenen Geschichten… oder eben ihre Versionen der Familiengeschichte des Heiligen Baikals.

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Weitere Quellen:

Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.

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