Qingdao – Auf ein Bierchen ans Gelbe Meer

Qingdao (青岛市) – eine chinesische Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole, die mir vor meinem Besuch (fast) kein Begriff war… Wie landete diese Stadt also auf meinem Reiseplan? Während meiner Zugreise von Berlin nach Saigon genieße ich den Vorzug des chinesischen double entry Visums, mich insgesamt 8 Wochen, bzw. 2 × 4 Wochen in China aufhalten zu können. Vorausgesetzt ich reise einmal aus und wieder ein. Eine sehr naheliegende Lösung ist ein kurzer Besuch der koreanischen Halbinsel. Eine Stippvisite in Südkorea. Meine zentrale Richtlinie auf dieser Reise ist der vollständige Verzicht auf den Flugverkehr bis zu meiner Ankunft im Süden Vietnams. Die Hauptroute ist ohnehin ausschließlich auf Schienen zu absolvieren; die Nebenrouten und Abstecher entweder zu Land oder zu Wasser. Da die Reise nach Südkorea auf dem Landweg aus politischen Gründen ausscheidet, entscheide ich mich für eine Fährüberfahrt. China und Korea trennt das Gelbe Meer (aus koreanischer Perspektive: Westmeer), und Fähren verkehren unter anderem zwischen der ostchinesischen Küstenstadt Qingdao (青岛市) und der westkoreanischen Hafenstadt Incheon (인천광역시).

Qingdao, die Perle am Gelben Meer, liegt in einem Ausläufer der nördlichen Ostküste des chinesischen Festlands, in der Provinz Shandong (山東). Mit dem Schnellzug ist die Stadt von Peking (Südbahnhof) aus bereits in 3:20h zu erreichen. Mit mehreren Stopps, unter anderem in der Provinzhauptstadt Jinan (济南市), fahren andere Linien etwa 5 Stunden. Auch ohne das Ziel „Fähre nach Südkorea“ lohnt sich der Abstecher in diese bunte Küstenstadt.

Küstenstadt mit deutschem Flair

Als ich mit dem Zug in Qingdao für meinen Kurzbesuch eintreffe, bin ich durchaus überrascht. Die Architektur im Bereich der Altstadt fährt einiges an europäischen Elementen auf. Das Gebäude des alten Bahnhofs (Qingdao Railway Station, 青岛火车站) erinnert nicht unwesentlich an heimische Bauwerke aus vergangenen Jahrhunderten. Tatsächlich wurde das ursprüngliche Bahnhofsgebäude im Jahr 1901 mit seinem hervorstechenden Glockenturm nach dem Entwurf deutscher Architekten fertiggestellt. Doch wie kam es dazu?

Qingdao war ab 1898 Teil und administratives Zentrum der deutschen Konzession Kiautschou (Jiaozhou, 膠州), bis der Versailler Vertrag die Verwaltung des Gebiets schließlich ab 1914 dem Japanischen Kaiserreich zuschrieb. Das Ganze basierte auf einem zunächst auf 99 Jahre befristeten ungleichen Pachtvertrag zwischen der Qing-Dynastie und dem Deutschen Kaiserreich, der nicht ganz freiwillig und gewaltfrei zustande kam. Alles Weitere ist Geschichte und lässt sich in dieser ungewöhnlichen Küstenstadt vielerorts noch nachvollziehen.
Tipp: Eine interessante Familiengeschichte aus dieser Zeit habe ich im Bamboo Blog gefunden.

Der Bahnhof von Qingdao wurde im Jahr 1901 während der deutschen Besatzung errichtet und zuletzt für die Olympischen Spiele im Jahr 2008 restauriert.
Der Bahnhof von Qingdao (青岛站).

Spaziergang entlang der Küste – Lu Xun Park

Wenn ich eine neue Stadt bereise, mache ich mich als Erstes am liebsten zu Fuß auf den Weg, um die Umgebung intuitiv zu erkunden. In Qingdao fällt die intuitive Wahl des Weges leicht. Die Stadt befindet sich (größtenteils) auf einer Halbinsel und hat damit einen endlos lange Küstenlinie, die ich von der Altstadt aus ostwärts abspaziere. Wenigstens teilweise… Die große Touristenattraktion strahlt direkt von der Altstadt aus in das Gelbe Meer hinein. Ein 440 m langer begehbarer Steg, der zu einem Pavillon führt. Der Zhanqiao (栈桥)- Pier wurde 1891 errichtet und war die erste Anlegestelle der Stadt. Der Pavillon wurde erst 40 Jahre später angefügt. Heutzutage ist der Pier vor allem ein Ausflugsziel für Foto- und Selfie-freudige Touristen – und Wahrzeichen der Stadt.

Das Pier Zhanqiao ist das Wahrzeichen von Qingdao.
Der sehr lange Pier Zhanqiao (栈桥).

Bei meinem ersten Besuch im Sommer wurde auch ich zu einem zahlreich abgelichteten Fotomotiv. Besonders im Norden Chinas – so auch in Qingdao – sind westliche Touristen noch relativ selten. Bereits bei Ausflügen im Nordosten des Landes machte ich die durchaus schmeichelhafte Erfahrung, häufig nach gemeinsamen Fotos gefragt zu werden. Als ich den Pavillon erreiche, darf ich erneut mehrere Erinnerungsfotos von sehr netten Menschen schmücken. Auch bei meiner weiteren Erkundung entlang der Küste werde ich ein- zweimal angehalten. Als ich die Stadt im Winter erneut besuche, bin ich fast enttäuscht, dass ich nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit genieße, und nicht ein einziges Mal vor die Kamera gebeten werde. So spielt das Leben… Daneben gibt es von dem Pier aus eine tolle Aussicht auf die nahegelegene Skyline des alten Stadtzentrums, sowie auf die Mini-Insel Xiao Qingdao, deren Leuchtturm auch ein Relikt der deutschen Besatzung ist.

Alles Weitere ist pure Romantik. Vor der Kulisse der steinigen Küste, durch Pinienzweige hindurch blicke ich auf die vernebelte See mit den Silhouetten schwerer Frachtschiffe in der Ferne. Die Hochhäuser des pulsierenden Stadtteils Shinan (市南区) zeigen sich mal hinter schwerfälligen Dunst-Schwaden, mal in vollem Glanze – hervorgehoben durch das brechende Licht der sich zeitweise durchsetzenden Sonnenstrahlen. Ich bin mir nicht vollständig sicher, ob es sich bei den Dunstschleiern tatsächlich um ein rein romantisches Stelldichein natürlicher Wetterphänomene handelt, oder eben um jenes Smog-Problem. Offenbar ist auch letzteres in Qingdao Realität, und es gibt anhaltende Bestrebungen, die Situation mithilfe eines Wechsels von Kohle hin zu erneuerbaren Ressourcen in den Griff zu bekommen. So oder so, die Menschen genießen ohnehin den Strand und das Meer. In den sandigen Abschnitten kommen Leute zusammen, die hier im Meer baden, sich gemeinsam der Gymnastik hingeben, oder einfach nur Fotos machen und relaxen. Heute ist es nicht sonderlich warm, daher ist es nicht wirklich überfüllt. Dies scheint an freien Tagen im Hochsommer jedoch anders auszusehen.

Sonnenuntergang an der Küste von Qingdao.
Der Lu Xun-Park an Qingdaos Küste.
Aussicht auf Meer und Küste von den Felsen des Lu Xun Parks. Im fernen Hintergrund der Fernsehturm.
Felsen und Pinien schmücken die Küste des Gelben Meeres in Qingdao.

Der Lu Xun-Park erhielt seinen Namen zu Ehren eines wichtigen chinesischen Schriftstellers und Dichters aus den 1930er Jahren, Lu Xun (Zhou Shuren, 周树人). Während meines Spaziergangs weiß ich davon noch nichts. Ich bin etwas erstaunt, als ich auf eine rote, marmorne Mauer stoße, auf welchem sich ein Relief befindet, welches mich stark an das Konterfei eines historisch relevanten, aus Georgien stammenden Diktators des 20. Jahrhunderts erinnert. Daneben finden sich eingravierte, scheinbare Losungen auf Chinesisch… Tatsächlich ist es das Konterfei eben jenes Lu Xun, dessen politische Haltung offenbar auch zu dessen Verehrung in der post-revolutionären politischen Führung des Landes führte. Bei den eingravierten Schriften handelt es sich entsprechend um 45 Gedichte aus dessen umfassenden Werk. Diese liebevoll gestaltete Ehrerbietung erstreckt sich insgesamt über 75 Meter und ist für sich schon eine Attraktion.

Ein 450 Meter langer Korridor erinnert an den chinesischen Dichter Lu Xun in Qingdao.
Auszüge aus dem Werk des chinesischen Dichters Lu Xun (周树人).

Meine kleine Tour endet schließlich an einem Sandstrand, dem No. 1 Bathing Beach in der Huiquan-Bucht. Dieser Strand wurde ebenfalls einst von den deutschen Konzessionisten erschaffen, und wird in dem ein oder anderen werbenden Reiseportal als der größte Strand Asiens beworben. Er könne gar mithalten mit der Konkurrenz aus Hawaii, Thailand und Bali. Nun, an diesem Tag ist nicht viel los und die Atmosphäre durch das eher feucht-unfröhliche Wetter nicht unbedingt repräsentativ. Ich würde mich daher einem fixen Urteil entziehen, und die genannten Vergleiche dem Auge des individuellen Betrachters überlassen. Ich treffe hier noch auf eine Gruppe junger Menschen, mit denen ich mich noch auf eine kleine Selfie-Session einlasse. Gute Stimmung. Die Sonne bewegt sich langsam auf ihre allnächtliche Senke zu. Es ist Zeit zurück in die Altstadt, in Richtung Hostel zu wandeln.

Der Badestrand Nr. 1 in Qingdao lädt zum Baden im Gelben Meer ein.
Badestrand #1 (No. 1 Bathing Beach) am Ende des Lu Xun Parks.

Pikante Snacks und koreanische Küche

Um die Ecke des Wheat Youth Hostels befindet sich ein kleines kulinarisches Highlight – besonders für Touristen, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Die Pichaiyuan Food Street (Feuerholz-Hof, 劈柴院) wurde einst während der deutschen Besatzung gegründet und im Jahr 2007 restauriert. Hier gibt es allerlei Feinheiten zu probieren. Frisches Seafood aus dem Aquarium, Fischspieße, Schweinefüße, Obstspieße, Kuchen… und eben auch jene wirbellosen Knabbereien, die in unserem Kulturkreis allenfalls Gegenstand fortgeschrittener Mutproben und verlorener Wetten wären: Heuschrecken und Tausendfüßer am Stiel, riesig-bauchige Insektenlarven, KnusperSkorpione. Ich verbringe nicht wenig Zeit vor diesem Stand und überlege, ob ich es wagen soll, tatsächlich einen Skorpion zu knabbern. Vielleicht morgen zum Frühstück? Nur, um berichten zu können, dass ich jetzt Skorpione frühstücke… auch unabhängig von meinen ethischen Überzeugungen werde ich mich nicht dazu überwinden können. Es kann in dieser engen Gasse durchaus dicht gedrängt zugehen, und eventuell ist es nicht der Ort für ein entspanntes Candle-light Dinner. Aber das Erlebnis der Atmosphäre, der Gerüche und – ja – der optischen Besonderheiten sind den Besuch wert.

Seafood-Spezialitäten findet man in Qingdao vielerorts. Unter anderem in der Pichaiyuan Food Street.
Frisches Seafood direkt aus dem Aquarium gibt es in Qingdao nicht nur in der Pichaiyuan Food Street.
In der Pichaiyuan Food Street gibt es allerhand tierische Knabbereien.
Für jeden was dabei. Von der saftigen Larve, über das knusprige Skorpiönchen, bis hin zu den knackigen Multi-Füßern.

Wenn du hier für dein Abendbrot nicht fündig wirst, suche einfach eines der Restaurants in der nahen Umgebung auf. In Qingdao lebt die größte koreanische Community von ganz China. Daher findest du hier unter anderem auch zahlreiche koreanische Restaurants mit authentischem Angebot. Als ich in meinem Hostel nach einer Empfehlung frage, wird mir nicht nur eine solche ausgesprochen, sondern ich werde auch direkt und persönlich von der Rezeptionistin zu dem Lokal geleitet. Keine ungewöhnliche Geste in China. Man stellt sicher, dass Besucher:innen auch immer wohlerhalten am erfragten Ziel ankommen. Ich genieße eine Kimchi-scharfe, kalte Buchweizen-Nudelsuppe (Naengmyeon, 냉면), eine Spezialität aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Eine schöne kulinarische Vorbereitung auf meinen anstehenden Kurzausflug nach Seoul.

Naengmyeon - Koreanische Kalte Nudeln.
Kalte koreanische Nudeln mit Kimchi in Qingdao.

Hochzeitsfotos vor dem Bischofssitz – Kathdrale St. Michael

Eines der – für mich zunächst überraschenderweise – hervorstechenden Touristenattraktionen ist die Kathedrale St. Michael (圣弥爱尔大教堂), die unübersehbar auf einem kleinen Hügel in der Altstadt (Zhejiang road – Qufu road) emporragt. Die Häuser in dem dort hinführenden Abschnitt der Qufu Road (曲阜路) betten die Kirche optisch passend ein. Gelb-beige-farbige Fassaden versprühen den Charme des Jugendstils im Osten des Fernen Ostens. Der kurze Aufstieg zu dem stolz exponierten Bauwerk mit seinen zwei Kreuzen auf Doppelkirchturm lässt bereits dessen Strahlkraft erahnen.

Diese Kirche ist nicht etwa ein schlichter Nachbau europäischen Bauguts, sondern tatsächlich authentischer Sitz der römisch-katholischen Diözese Qingdao. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Bau dieser Kathedrale durch den Steyler Missionsorden unter der Federführung Pfarrers Franz Bartels in Planung. Der Bau der Kathedrale wurde jedoch erst im Jahre 1934, also 20 Jahre nach dem Ende der deutschen Dominanz fertiggestellt. Wegen der bekannten politischen Turbulenzen, sowohl in Asien als auch in Europa, kam es bis in die 30er Jahre zu Verzögerungen und (Bau-)Planänderungen. Die Diözese stemmte den Bau schließlich aus eigenen finanziellen Mitteln. Nachdem die Kirche während der Kulturrevolution in den 1960er Jahren Schaden genommen hatte, wurde sie zum Jahr 1981 restauriert und für Gottesdienste wieder zugänglich gemacht.

Auch heute wird die Kirche noch für seinen ursprünglichen Zweck genutzt, zum Vorteil von immerhin 10.000 in Qingdao lebenden Katholiken. Neben ihrer eigentlichen Funktion dient die Kathedrale vor allem als reichlich genutzte Kulisse für Hochzeitsfotos. Um nicht zu sagen „Massenhochzeitsfotos“. An einem Sonntag treffe ich hier in den Morgenstunden auf zahlreiche Hochzeitspaare und -pärchen… und solche, die es noch werden wollen?! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich um echte Feierlichkeiten handelt. Denn auf dem Vorplatz läuft ein Mann mit einem Sack herum, in dem sich zusammengeknüllte Brautkleider zur Leihe befinden. Offenbar liegen an westlichen Traditionen orientierte, dekadent gestaltete Hochzeiten voll im Trend, und die Fotoshootings finden bisweilen Tage bis Wochen vor der tatsächlichen Trauung statt. Dass der Aus-dem-Sack-Verleih der Garderobe etwaige Lücken im Hochzeitsbudget überbrückt, bleibt vorerst meine persönliche Vermutung.

Tsingtao – Deutsches Reinheitsgebot in Fernost

Vielen wird es von Besuchen in chinesischen Restaurants bekannt sein. In grünen Flaschen bekommt man – als authentische Alternative zur lokalen Pils-Spezialität – das gute Tsingtao (青島啤酒) serviert. Das Label geschmückt mit dem Pavillon des Zhan Qiao-Piers auf blauem Hintergrund. Der Name bzw. dessen (veraltete) latinisierte Schreibweise deutet bereits seine Herkunft an. Die Brauerei wurde 1903 zu Zeiten der deutschen Konzession als „Germania Brauerei“ gegründet und ist auch heute noch die größte Brauerei des chinesischen Festlands.

Tsingtao Bier-Kutsche in Qingdao
Gartenbauliche Installationen am anderen Ende der Stadt zeugen von lokalem Stolz auf das Tsingtao-Bier.

Da die Brauerei ca. 3 km von der Altstadt entfernt liegt, nehme ich mir für wenige Yuan ein Taxi dorthin. Da ich nur begrenzt Zeit mitbringe, sehe ich mir das historische Gebäude in der Dengzhou Road (登州路) lediglich von außen an und besuche nicht das Biermuseum, in dem für 150 Yuan auch Führungen inklusive Verköstigung angeboten werden. Für letzteres ist in der Umgebung ohnehin reichlich gesorgt. Quasi direkt vor den Toren wird Bier für unterwegs gezapft. In benachbarten und gegenüberliegenden Lokalen wird für die lokal gegärte Spezialität geworben, alles in bunt und in groß.

Eine Herausforderung für Besucher aus Europa ist sicher die Darreichungsform. Das Bier wird hier für den Verkauf in Plastiktüten abgefüllt und bisweilen auch aus diesen getrunken, mit Strohhalm. Eigentlich gar nichts so Ungewöhnliches in China. Auch Suppen werden von Restaurants in transparenten Tüten zum Mitnehmen verkauft. Aus kulinarischer Sicht ist das Bier auch mindestens eine Probe wert. Nicht umsonst ist es ein Exportschlager, mit seinen eigenen Noten. Es erinnert nach wie vor an bessere europäische Biere nach Pilsener Brauart. Anfangs wurde es noch nach dem Reinheitsgebot gebraut, mittlerweile wurden die Zutaten unter anderem mit Reis diversifiziert.

Tsingtao wird in Qingdao in Plastiktüten abgefüllt und verkauft.
Verkauf von flüssigen Speisen in Plastiktüten ist in China ganz normal. Das gilt auch für flüssiges Brot.

Ich persönlich verbringe leider nicht allzu viel Zeit in der Stadt, und möchte mir meinen einzigen vollen Tag nicht mit einem unnötigen Kater verhunzen. Lediglich am Abend vor meiner Weiterreise gönne ich mir in Gesellschaft eines Rucksack-Reise-Kollegen das ein oder andere Gezapfte in einem Restaurant nähe des Hostels. Sehr zur Belustigung zwei (sehr) junger Damen am Nachbartisch. Während wir uns das Tsingtao bescheiden in Gläsern (nicht Tüten) servieren lassen, fahren sich die beiden einen Pitcher nach dem anderen rein. Entsprechend aufgeheitert sind sie auch und lassen keine Gelegenheit aus, unsere exotischen Antlitze zu fotografieren und in Echtzeit in ihren sozialen Kanälen zu posten. Vermutlich kursieren seitdem ganze Storys über uns im chinesischen Web. Das Ganze endete letztlich etwas unappetitlich damit, dass mein Freund eine der beiden kopfüber in der Hock-Toilette liegend auffindet. Da hat der Alkohol die Hoheit über die Balance gewonnen. Tsingtao hat in China zwar häufig „nur“ einen Alkoholgehalt von deutlich weniger als 4%, sollte offenbar aber dennoch in Maßen genossen werden. Zum Wohl! 为了利益

Meine Tipps:

Ein kurzer Städtetrip mit dem Zug ab Peking lohnt sich für zwei Tage.
Tickets für die 2. Klasse im Schnellzug kosten 40-50 €.
Achte darauf, dass du nicht schon am Bahnhof Qingdao North Railway Station aussteigst (wenn nicht gewollt).
Der Bahnhof Qingdao Railway Station (青岛火车站) liegt mitten in der Altstadt und ist der Endbahnhof.

Unterkünfte: In der Hebei Road (河北路) nahe dem Bahnhof gibt es tolle Hostels und authentisches (nordchinesisches) Frühstück.
Von hier aus sind die Kathedrale und das Pier fußläufig erreichbar.
Öffnungszeiten des Lu Xun Parks: 9:00 – 16:00

Der Eintritt in das Qingdao Bier-Museum (an der Brauerei) kostet je nach Saison 50–60 Yuan (7-8 €)
Bier-Festival: Ich habe es (noch) nicht besucht: Das jährlich stattfindende 1-monatige Fest (Juli-August) verspricht eine riesige Gaudi
• Abstecher nach Südkorea: mit meinem double entry Visum konnte ich 2016 einen Abstecher mit der Über-Nacht-Fähre (16h Fahrt) nach
Incheon in Südkorea machen. Damals buchte ich den Trip auf der Facebook-Seite „Weidongferry- Reservation„. Für Hin- und Rückfahrt
bezahlte ich zusammen etwa 120 €. Die Facebook-Seite (und die offizielle Website von Weidongferry) scheinen nicht mehr aktiv zu sein.
Tickets lassen sich jedoch auch am Tag der Abfahrt am Ticket-Schalter im Hafen erstehen.

Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.

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