Graffiti Bild in Warschau Praga mit Schriftzug Warszawa.

Warschau Praga – 12 Tipps für das Szeneviertel im Osten

Der Stadtteil Praga in Warschau

Praga ist ein lebendiger Stadtteil von Warschau, der sich am östlichen Ufer der Weichsel erstreckt. Im Gegensatz zur Altstadt und anderen Teilen Warschaus blieb Praga während des Zweiten Weltkriegs weitgehend unversehrt, wodurch eine gewisse Folklore in der Stadtteilästhetik bewahrt werden konnte.

Praga ist zudem das einzige Viertel von Warschau, in dem noch ein signifikanter Teil des jüdischen Erbes der polnischen Hauptstadt sichtbar ist.

»Westlich der Weichsel dagegen muss man sich auf dem Gebiet des ehemaligen ➟Warschauer Ghettos heute auf Spurensuche begeben, um noch Fragmente der jüdischen Geschichte und Tragödie zu entdecken.

In Stadtteil Praga entdeckst du zudem sehr spezielle Eigenheiten, wie Marienstatuen in Hinterhöfen alter Mietshäuser und Blaue Engelsfamilien an der Straßenecke.

Heute ist Praga auch ein Zentrum des Warschauer Nachtlebens und ein beliebter Treffpunkt für die kreative Hipster-Szene.

Nicht zu vergessen sind die beeindruckenden Streetart-Projekte, die Praga zu einem einzigartigen Ort in Warschau machen.

Skulptur Blauer-Engel-mit-Schwein vom Praga Künstler Marek Sulek.
East Rail Stories

1 – Bahnhof Warszawa Wschodnia (Ostbahnhof)

Eigentlich ist der Bahnhof Warszawa Wschodnia keine der großen Warschau Sehenswürdigkeiten. Er ist jedenfalls kein besonderer Hingucker, sofern du dich nicht für modern hoch gepimpte, brutalistische Architektur interessierst. Da dies aber nunmal ein Zugreiseblog ist, gehört der Warschauer Ostbahnhof natürlich hier rein. Schließlich ist es der Endbahnhof für den ➟Nachtzug München-Warschau und von hier aus kannst du prima deine Besichtigung des Stadtteils Praga starten.

48 Warszawa Wschodnia East Rail Stories
Keine Schönheit – aber eine Anreise wert.

2 – Ulica Ząbkowska

Nur etwas mehr als 5 Minuten zu Fuß braucht es vom Bahnhof Wschodnia, um in Pragas kulturelles Herz zu gelangen. Dieses schlägt nämlich entlang der Straße Ząbkowska. Jedenfalls für Studierende, Tourist:innen, Kunstschaffende und geneigte Hipster hat sich diese alte Dame unter den Warschauer Hauptstraßen in den letzten Jahren zu einem beliebten Ort entwickelt.

Kopfsteinpflasterstraße mit Straßenbahnschienen am Beginn der Zabkowska Straße in Stadtteil Praga, Warschau.
Alte Bausubstanz in der Ząbkowska.

Hier findest du heute entsprechend viele Restaurants und Bars – und auch direkte Abzweigungen zu weiteren der hier gelisteten Warschau Sehenswürdigkeiten. Die Ząbkowska zählt zu den ältesten Straßen Warschaus und hat beide Weltkriege überstanden. Die meisten Gebäude, die wir heute sehen, wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erbaut. An manchen Ecken findet man noch die ein oder andere Erinnerung an frühere Zeiten, wie an dem Eckhaus in der Ząbkowska 50.

Zabkowska 50 - Schwarzweiß-Foto am Fenster zeigt alte Autos auf der Straße und ältere Männer mit Schiebemützen - vermutlich Arbeiter. 
East Rail Stories
In Praga blickt man bisweilen auch in die Vergangenheit.

Einst wurde diese Gegend überwiegend von der jüdischen Gemeinschaft Pragas bewohnt. In dieser Zeit wurden hier einige prächtige Gebäude errichtet, welche selbst der Zerstörungswut des Zweiten Weltkriegs standhielten.

Besonders erwähnenswert ist auch das verschachtelte Haus in der Ząbkowska 23/25 – hier wurde die Fassade eines kleinen, alten Hauses kurzerhand in einen großen Neubau integriert.

Altes kleines Haus von großem Haus umschlossen in Ząbkowska 23-25
Unten Alt – Oben Neu

Auch die kreative, urbane Hinterhofkultur hat in der Ząbkowska-Straße Einzug gehalten. Ein Blick hinter die Häuserfront lohnt sich, wenn du auf der Suche nach Kunstgalerien bist, oder es dir einfach nur nach einer Pause in einem coolen Café ist.
Zum Beispiel im Hinterhof der Ząbkowska 3.

Eingang zu Hinterhof in der Zabkowska Straße - Schild mit "Cafe, Bar & Art"
Kreativität ist in Praga oft ein Hinterhof-Ding.

3 – Centrum Praskie Koneser (Wodkafabrik)

Praktisch ohne viel vor-recherchiert zu haben, laufe ich von der Ząbkowska fast intuitiv auf einen Gebäudekomplex zu, dessen attraktiver, roter Ziegelstein aus der farblich eher tristen Umgebung herausragt.

Das Centrum Praskie Koneser ist das wohl schillerndste Revitalisierungsprojekt in Praga. Die einstige Heimat der legendären Koneser Wodka-Fabrik, die zwischen 1897 und 2007 durstige Kehlen mit Kartoffel- und Roggenbrand versorgte.

Ehemalige Wodkafabrik Koneser Panorama vom Backstein Ensemble
Wie aus einem Gentrifizierungs-Bilderbuch: Campus Koneser.

Seit 2018 begrüßt das Polish Vodka Museum im ehemaligen Fabrikgebäude seine neugierigen Besucher:innen. Auf dem großen Areal des Centrum Praskie Koneser befinden sich einige coole Bars, moderne Restaurants, Wohnungen und hippe Büros – unter anderem jene des Warschauer Hauptsitzes von Google.

Warschau-Praga-Wodka-Museum Backsteinfassade
Das Wodka-Museum zlebriert den reinsten aller Schnäpse.

Ähnliche post-industrielle Gentrifizierungsprojekte kenne ich auch aus anderen europäischen Großstädten. Unter anderem aus kleineren Städten, wie etwa der ➟C-Mine im belgischen Genk.

4 – Heilige Schreine von Praga

Die mehr als hundert christlichen Schreine im Warschauer Stadtteil Praga entstanden während des Zweiten Weltkriegs als fromme Zufluchtsorte und werden auch heute noch für das schnelle Gebet genutzt.
Viele dieser Schreine musst du jedoch in den Hinterhöfen von Praga suchen. Eine der ältesten Kapellen befindet sich an der Ecke der Straßen Ząbkowska und Korsaka – eigentlich kaum zu übersehen, wenn du zu Fuß vom Ostbahnhof kommend auf die Ząbkowska einbiegst.

Madonna-Schrein in der Ulica Zabkowska
Diese Kappelen in Praga werden auch von Gläubigen zum Gebet genutzt.

Die steinerne Statue der Kapelle ist ein Bildnis der heiligen Madonna mit ihrem Kind
Als ich den Schrein entdecke, legt auch prompt eine ältere Frau auf ihrem Weg zum Einkauf für ein rasches Kreuzzeichen vor der Gottesmutter einen Halt ein.
» Spannend sind auch die Schreine in den Hinterhöfen der Ulica Brzeska.

5 – Ulica Brzeska

Im südlichen Abschnitt der Ząbkowska zweigt die Straße Brzeska ab, die eine doch sehr skurrile Sehenswürdigkeit darstellt. Hier kommt irgendwie alles Gute und Schlechte dessen zusammen, was den Handschlag zwischen rauer Realität, vergessener Geschichte und urbanem Wandel beschreibt.

Verfallenes Backsteinhaus in der Ulica Brzeska in Alt-Praga Warschau. 
 Bröckelnde Fassade mit vereinzelten Balkonen und Auffang-Netzen für herabfallenden Bauschutt.
Schön ist das nicht (mehr). Aber ein hisorisches Relikt – als in der Brzeska noch jüdisches Leben herrschte.

Historisch betrachtet ist die Brzeska eine der Hauptstraßen der Altstadt von Warschau Praga und gilt als eines der am besten erhaltenen Relikte des alten Pragas an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert – mit teilweise neuem Anstrich und eben jener modern-urbanen ästhetischen Ambivalenz.

Sie wird einerseits als eine der gefährlichsten Straßen Warschaus bezeichnet, gilt aber zugleich als beliebtes Ziel von touristischen Führungen durch das „authentische Warschau“.

Graffiti Piece im Hinterhof in der Brzeska – Roter Schriftzug "warszawskie getto praga"
„Warschauer Ghetto Praga“ – vermutlich eine zynische Zustandsbeschreibung.

Tatsächlich würde ich mich nicht unbedingt bei tiefster Dunkelheit in die Hinterhöfe der alten Mietshäuser trauen. Bei Tageslicht gibt es dort beeindruckende Madonnen-Statuen zu sehen, die dem sichtbaren Verfall der Bausubstanz das letzte Portiönchen Hoffnung entgegenzuhalten scheinen.

Erleuchtete Marienstatue im Hinterhof vor alten Mietkasernen in Ulica Brzeska
Maria hält die fromme Stellung in den Hinterhöfen.


Ansonsten sehe ich hier vor allem bedrohlich wirkende Männer an den Ecken und Hauseingängen stehen… oder eben weniger bedrohliche, aber umso bedauernswertere Menschen, die für ihr Auskommen Schrott und Müll zu sammeln scheinen.

Und ganz nebenbei erzählen diese Häuser eben einen Teil der jüdischen Geschichte Warschaus. Denn hier finden sich teilweise noch Relikte aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als die Straße vor allem von Juden bewohnt war.
An der Hausnummer 21 ist noch das aufgemalte Schild einer ehemaligen Herrenschneiderei sichtbar.

Altes Schild eines jüdischen Herrenschneiders Krawiec meski in Ulica Brzeska 21

Wenn man die Straße hinunterläuft, zeigen sich allerdings keine nennenswerten Anzeichen von bewahrenden Restaurierungsmaßnahmen. Ganz im Gegenteil – auch hier hält die Gentrifizierung Einzug.
Die Kontrastierung der verwahrlosten Häuserzeilen durch moderne Neubauprojekte im besten Berliner Stil lässt die Gegend dann aber irgendwie weniger bedrohlich erscheinen. 

Die Brzeska-Straße markiert auch die östliche Grenze des Różycki-Basars.

6 – Różycki-Basar
(Bazar Rozyckiego)

Dieser legendäre und geschichtsträchtige Markt führt vom oberen Ende der Brzeska hin zur großen Hauptstraße Targowa. Auch hier finde ich es etwas skurril, dass der Ort in Reiseführern auftaucht.
Gerade im Angesicht der sichtbaren Gentrifizierungsprozesse in Praga, spiegelt der Różycki-Basar eigentlich nur Elend wider.

Eingangstor zum Różycki-Basar an der Ulica Targowa.
„Muss man mal gesehen haben“ – oder auch nicht…

Zum Kaufen gibt es hier für die meisten Tourist:innen nichts wirklich Interessantes mir bleiben besonders Brautkleider und Anzüge in Erinnerung. Und Verkäufer:innen, die wenig Lebensfreude ausstrahlen.

Różycki-Basar Warschau Praga - Stand mit Plüschtieren
Was für dich dabei? Der Różycki-Basar kontrastiert das moderne Warschau 2024.

Die Robustheit des Marktes ist einerseits schon sinnbildlich für die Geschichte Warschaus. Ob er heute einen Besuch wert ist, muss man aber für sich selbst entscheiden. Es ist irgendwas zwischen einer „Hier scheint die Zeit stehengeblieben“ -Romantik und einer zweifelhaften Armuts-Ästhetik…

Różycki-Basar Warschau Praga - Stand mit Hochzeitskleidern

7 – St. Maria Magdalena Kathedrale

In der hochkulturellen Betrachtung ist die orthodoxe Kirche St. Maria Magdalena unter den Warschau Sehenswürdigkeiten sicher die Top-Adresse im Stadtteil Praga. Das im byzantinischen Stil erbaute Gotteshaus ragt in ihrem angenehmen Gelbton auch geradezu aus der belebten Umgebung rund um die zentrale Kreuzung Targowa/ Solidarności heraus. Die markanten, dunklen Zwiebelkuppeln tun ihr Übriges.

Orthodoxe St. Maria Magdalena Kathedrale im Stadtteil Praga – bei Nieselwetter im Winter.
Ein byzantinisches Juwel mitten in Praga.

Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert von den russischen Besatzern gegenüber des (damaligen) Petersburger Bahnhofs errichtet, um den aus ➟St. Petersburg eintreffenden Reisenden einen heimeligen Empfang zu bereiten.
Ihr Abriss wurde nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens noch auf den letzten Drücker verhindert, und auch einen Brand während des Warschauer Aufstands hat die Kathedrale mithilfe der Bewohner:innen Pragas überstanden.
Mittlerweile steht die Kirche unter Denkmalschutz und ist immer ein Hingucker – vielleicht sogar der Hingucker in Warschau Praga.

Drei Glocken der St. Maria Magdalena Kathedrale Praga , die im 2. Weltkrieg von deutschen zu Munition verarbeitet werden sollten
Die Nazis wollten die Glocken der Kathedrale zu Munition verarbeiten. Hat aber nicht geklappt.

8 – Kathedrale St. Michael und St. Florian

Ein weiterer wichtiger Sakralbau in Praga befindet sich in der Nähe der Śląsko-Dąbrowski-Brücke, gegenüber vom Park Praski.
Die neugotische Fassade der „Florianskirche“ sieht vielleicht nicht ganz so elegant aus wie ihr etwas voluminöseres Gegenstück auf der anderen Straßenseite. Dafür schießen die beiden Türme umso mehr in die Höhe.
Und auf mich wirkt dies nicht wie ein zufälliges Konzept.

Kirchengebäude aus Backstein mit Doppelturm, die zwei Kreuze in den Himmel strecken. Davor Denkmal für den Militärkaplan Ignatius Skorupka.
Der katholische Gegenentwurf zur Magdalena Kathedrale.

Ist es auch nicht. Denn der Bau dieser katholischen Kirche war damals (1886 bis 1904) auch ein Ausdruck des polnischen Widerstands gegen die Russifizierung. Soetwas wie eine Gegenprovokation zur Errichtung der imposanten orthodoxen Kirche St. Maria Magdalena, die schräg gegenüber die Blicke auf sich zieht.

9 – Praga Streetart

Praga ist eines der populärsten urbanen Kunstviertel in Warschau. Nicht nur wegen der florierenden Hipster-Szene, sondern vor allem auch wegen der überall verstreuten Graffiti Pieces und Murals.
An jeder Menge Straßenecken im Viertel findest du großflächig bemalte Hauswände. Es reicht eigentlich schon, sich auf eigene Faust und ohne Plan auf den Weg durch die Seitenstraßen zu machen.

Streetart Warschau Praga. Zwei pinke Katzen auf Häuserwand mit Text über Straßenkunst.
Am Eingang zur Stacja Praga.

✔ Ulica Wileńska

Besonders fündig geworden bin ich in Nowa Praga – in der Gegend zwischen den Straßen Wileńska, Mała und Stalowa, nördlich der Aleja Solidarności. Wahrscheinlich nicht ganz zufällig befinden sich hier auch einige Kunstgalerien und Designstudios.
Ein Kreativviertel, eingebettet in die Ästhetik des langsamen Übergangs von Verwahrlosung zur Gentrifizierung. Das zeigt sich bereits, als ich in die Wileńska einbiege und die alten, abgeranzten Mietshäuser sehe, deren Sockelputz streckenweise vollständig durch Graffiti-Bilder ersetzt ist.

Praga Graffiti - böse Hornisse in der Ulica Wileńska in Praga Polnoc
Die Fassaden in der Wileńska-Straße sind bisweilen echt Crazy.

✔ Ulica Inżynierska

Das große Backsteingebäude in der Inżynierska 3 trägt den Schriftzug TOW AKC A WRÓBLEWSKI I SKA und ist eine ehemalige Lagerhalle und heutiges Domizil für kreative Köpfe. Trau dich hier ruhig mal in den Hinterhof und erlebe die Atmosphäre post-industriellen Wandels im Anfangsstadium.
Ach ja, und auch hier gibt es natürlich ein paar Murals und lustige Graffiti Pieces.

Graffiti Piece von Miss Dorys im Hinterhof des ehemaligen Lagerhauses in Ulica Inżynierska.
Kraftvolle feministische Straßenkunst im Hinterhof.

Hier fällt mir auch der pinke, dreiäugige Alien auf, der einige Häuserwände Pragas ziert. Ebenso wie die selbstwirksame, feministische Pussycat mit der pinken Pony-Frisur. Dabei handelt es sich um die Signatur-Characters der Warschauer Künstlerin Miss Dorys (Instagram ➟ @miss_dorys).
Der Alien ist tatsächlich eine rosa Krampfader, oder auch ein opportunistisches „Gehirn mit Augen„.
Die pinken Krampfadern schleichen sich durch Risse in Mauern und Wänden, um die Aufmerksamkeit auf sich und ihre Umgebung zu ziehen. Mittlerweile durchziehen sie auch das Mauerwerk anderer europäischer Metropolen, unter anderem Berlin.

Neben dem alten Lagerhaus schaut mir von der Frontfassade die polnische Fußball-Legende Kazimierz Deyna mit freundlichem, aber bestimmtem Blick in die Augen – natürlich in Gesellschaft der gleichwohl legendären Krampfader.

Schablonen-Graffito der Polnischen-Fußballegende-Kazimierz-Deyna-in der Ulica Inżynierska, Praga Warschau. Daneben Krampfader-Character von Miss Dorys.
Fußballstar neben belesener Krampfader – nur in Praga.

Das Stencil ist nicht die einzige Würdigung des besten polnischen Fußballers des 20. Jahrhunderts in Warschau.
An der Ecke der Straßen Wileńska und Zaokopowa befindet sich eine lebensechte Skulptur des ewigen Stars von Legia Warschau.
Der erfolgreiche Hauptstadtklub wird übrigens auch an vielen Wänden mit unterschiedlich kunstvollen Schriftzügen und Bildern geehrt.

» Direkt gegenüber der Lagerhalle befindet sich übrigens das Haus der Meerjungfrau.

✔ Ulica Mała

Ein Highlight ist das recht bekannte und vielsagende Mural Świątynia in der Mała 8. Das Wort Świątynia kann man mit „Tempel“ oder „Schrein“ übersetzen. Benannt ist dieses Wandgemälde nach den zahlreichen Marienschreinen, die überall in Warschau-Praga anzutreffen sind. Geschmückt mit drei verpixelten, roten Rosen.

Mural in der Ulica Mala 8. Ein Schrein ohne Maria in dreidimensionaler Pixel-Mosaik-Darstellung. Hintergrund Rosa Künstler: Low Bros
„Der Tempel“ in der Mała 8.

Das Mural zeigt einen solchen Schrein in einem völlig neuen Licht, denn die Jungfrau Maria ist diesmal nicht das zentrale Motiv.
In einem verschachtelten Pixelmosaik werden hier Konflikt und Fluidität zwischen Traditionalismus und Fortschritt zum Ausdruck gebracht. Das Werk stammt übrigens von dem Hamburger Künstlerduo Low Bros, das sich 2018 an dieser Hauswand zu schaffen gemacht hat.

Ulica Mala Mural in Graustufen an Hauswand
Mural in der Mała 6

✔ Ulica Zaokopowa
» Stacja Praga

Ganz in der Nähe befindet sich das Kunstzentrum Stacja Praga (Station Praga) – in einem zunächst finster wirkenden Hinterhof, den du über einen Zugang von der Straße Zaokopowa aus erreichst.
Die Stacja Praga ist eine Organisation, die sich mit unterschiedlichen Aktivitäten rund um die lokale Straßenkunst und Stadtteil-Kultur für die urbane Entwicklung Pragas engagiert.

Buntes Graffiti Piece an der Stacja Praga, Warschau
Kunterbunter Eingang zur Stacja Praga

In diesem Hof kannst du dich womöglich stundenlang an den ganzen Graffiti Pieces hungrig sehen. Das Ganze zwischen alten Karossen aus den 80er Jahren, Kleintransportern, zerfallenen Garagen und Häuserfronten. Irgendwie ziemlich original, würde ich sagen.

Buntes Graffiti mit fahrendem Bus und Skater mit Pilzschirm und Hund an der Leine. Im Bus Menschen und eine Krampfader.
East Rail Stories Reiseblog
Entdeckst du die Krampfader? Das Bild ist ein größeres Projekt der Künsterlin Miss Dorys.

✔ Die Blauen Engel von Praga

Stellvertretend für die Straßenkunst-Kultur Pragas sieht man vielerorts die Blauen Engel unter anderem auf dem Campus des Centrum Praskie Koneser und am unteren Ende der Ząbkowska, vor dem Mural Praski „Desperados“.
Erschaffen wurden die süßen Figuren von dem Künstler Marek Sułek, dessen Galerie Art Sułek Space im Koneser Komplex sehr sehenswert sein soll.

Familie von blauen Engeln vor dem Mural Praski "Desperados" in der Ulica Zabowska.
Die Blauen Engel vor dem Mural in der Ząbkowska.

✔ Ulica Brzeska

Und auch in der infamen Ulica Brzeska finden sich natürlich ein paar Perlen der Warschauer Straßenkunst. Das berühmteste Bild ist sicher die weiße Gans auf der Backsteinmauer. Das Gemälde zeigt eine zufriedene Riesengans, die sich in der Gesellschaft einiger mehr oder weniger ulkigen Wesen sichtlich wohlfühlt.
Erstellt wurde das Mural im Jahr 2012 von dem italienischen Künstler Diego Miedo in Zusammenarbeit mit Schulkindern aus Praga.

Mural auf Backstein mit großer Gans und anderen Tieren und Fantasiefiguren in der Brzeska.
Ich finde ja, die Gans ist ganz cool.

Am anderen Ende der Straße findest du in der Brzeska 6 eine Hausfassade, die mitsamt ihrer Tür von zahlreichen bunten Gesichtern geschmückt ist.
Diese individuell gestalteten Porträts vermitteln ganz unterschiedliche Emotionen – von Freude, Vertraulichkeit und Gleichgültigkeit bis hin zu Besorgnis und Ängstlichkeit.

Streetart Piece mit vielen individuellen Gesichtern in Ulica Brzeska 6, Alt-Praga
Mehrere Dutzend individuelle Gesichter.

Wenn du dich nun auf der anderen Straßenseite in der Brzeska 17A in die Unterführung zum Hinterhof traust, findest du dort noch zwei interessante Kunstwerke. Das auffälligere Bildnis ist ein Wandrelief, auf dem – nicht ganz überraschend – die Mutter Gottes mit ihrem Kinde dargestellt ist. Auf dem Rahmen des Marienbildes sind die Hände der Künstler:innen imprägniert.

Wandrelief Deine Mutter Gottes“ in der Ulica Brzeska 17A – weiße Figur der Jungfrau Maria mit Kind, der blaue Hintergrund und der gelbe Rahmen des mit eingeprägten Händen junger Künstler:innen
Das Flachrelief wurde in einem Open-Air-Workshop von kreativen Kindern gestaltet.

10 – Haus der Meerjungfrau

Und wenn ich schonmal hier bin… Auch im nördlichen Teil Pragas – also in der Ecke mit den beschriebenen Murals – gibt es noch eine kleinere Warschau Sehenswürdigkeit, die das große Symbol der Stadt Warschau trägt.

Haus der Meerjungfrau in Nova Praga Warschau
Die eigentliche Geschichte des Hauses in der Inżynierska 6 ist fast interessanter.

Wenn du von der Wileńska ein paar Meter in die Ulica Inżynierska gehst, stehst du vor dem historischen Haus der Meerjungfrau. Ursprünglich war das Gebäude mal ein Depot für Straßenbahnen und Busse und spielte eine zentrale Rolle in den frühen Tagen des elektrifizierten ÖPNV Warschaus.
» Namensgebend ist das Wappen über einem der Eingangstore.

An dem Gebäude befindet sich auch eine Gedenktafel, die daran erinnert, dass von hier aus im Jahr 1866 die erste Pferdebahn in die Straßen der Stadt startete.

11 – Denkmal der Praga Hinterhofmusikanten

Ein besonders charmantes Denkmal aus fünf fröhlich musizierenden Bronzefiguren findest du unweit der Praga Kathedrale. Geehrt wird hier keine besondere Band oder Polka-Kapelle, sondern einer Tradition der einfachen Bevölkerung Pragas.
Denn in der Vorkriegszeit fanden sich in den dunklen Innenhöfen der Bürgerhäuser talentierte Straßenmusiker ein und begeisterten die Anwohner mit ihren fidelen Kompositionen.

Bronzeskulpturen von 5 Musikern, mit Trommel, Banjo, Violine, Akkordeon und Gitarre.
Praga gibt (und gab) sich stets musikalisch.

12 – Zentrale der Polnischen Eisenbahn (PKP)

Bei meiner letzten Entdeckung in Warschau Praga schließt sich nun wieder der Kreis zum Ostbahnhof und dem Zugreisen. Jedenfalls wäre es vor ca. 150 Jahren so gewesen.
Denn Mitte des 19. Jahrhunderts wurde an der Ulica Wileńska von den russischen Besatzern ein schicker Bahnhof im Stile des Petersburger Klassizismus errichtet – als Endstation der Petersburg-Warschauer Eisenbahn. Die zaristische Architektur sollte damals etwas heimatliches Flair im fernen Polen versprühen.
Später wurde dieses Geborgenheitsgefühl durch die Errichtung der orthodoxen Maria-Magdalena-Kathedrale gegenüber des Bahnhofs noch stilvoll untermalt.

Zentrale der Polnischen-Eisenbahn PKP-in Warschau Praga. Museale Schienen erinnern an den ehemaligen Petersburger Bahnhof
Die PKP-Zentrale hinter Schienen.

Der Bahnhof existierte aber nur bis ins Jahr 1915 – im Ersten Weltkrieg wurde er von den abziehenden russischen Truppen höchstselbst zerstört. Heute ist davon nichts Sichtbares mehr übrig. Auch die Gleisanlagen wurden entfernt.

Doch auf einem Teil des Bahnhofsgeländes wurde im Jahr 1928 das imposante Hauptverwaltungsgebäude der polnischen Staatsbahnen errichtet.
Also schließt sich hier dann doch wieder ein Kreis.
Auf dem Grundstück befindet sich zudem eine kleine – vermutlich erinnernde – Gleisanlage zum Gucken und Wohlfühlen. Und natürlich zum Fotografieren.
Denn, wer die Railart nicht ehrt, ist die Streetart nicht wert… 🤭

Fazit

Die Hauptattraktion in Warschau Praga ist für mich die lebendige Streetart-Szene, die ich ja nicht mal vollständig erkunden konnte.
Die identitätsstiftenden Blauen Engel, all die bunten Graffiti Pieces, und nicht zuletzt die teils verspielten, teils sehr technischen Murals verleihen dem Stadtteil einen kreativen, urbanen Flavor.
Besonders die feministischen Bilder und organismischen Krampfadern der lokalen Künstlerin Miss Dory geben Praga einen Hauch von Unverwechselbarkeit.
Die Kunstwerke durchziehen den gesamten nördlichen Teil Pragas und wollen durch einen ausgiebigen Spaziergang erkundet werden. Alles Weitere sind vereinzelte Sehenswürdigkeiten, die besonders dann interessant sind, wenn du dich für die wechselhafte (jüdische) Geschichte Warschaus interessierst.

Reisetipps

Übernachten in Warschau-Praga
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Im Stadtteil Praga findest du zahlreiche Hotels, Apartments und Hostels in unterschiedlichen Preisklassen. Achte bei der Suche auf dem Buchungsportal deiner Wahl vielleicht darauf, dass du Praga-Północ (nördlich des Bahnhofs Warszawa Wschodnia), und nicht Praga-Południe (südlich des Bahnhofs) auswählst.

Ich selbst war im ApartHostel Warszawa untergebracht, kann diese Unterkunft aber nicht wirklich empfehlen.
Sichere Optionen für die Übernachtung sind wahrscheinlich:

  • Hotel Hetman in der ruhigen Nebenstraße Księdza Ignacego Kłopotowskiego 36 – wenige Minuten von der Kreuzung Targowa/ Ząbkowska
  • Moxy Warsaw Praga in der Ząbkowska 29 – auf dem Gelände des Centrum Praskie Koneser

Einen Bericht über das ApartHostel findest du in meinem Beitrag über den ➟Nachtzug nach Warschau

Vegan essen in Praga
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Wenn du auf der Suche nach pflanzlicher Kost bist, hast du im modernen Warschau zahlreiche Optionen. Auch im hippen Stadtteil Praga gibt es viele Bistros, Cafés und Restaurants, die zumindest vegane Optionen anbieten.

Für einen entspannten Lunch oder eine gepflegte Kaffee-und-Kuchen-Session in chilliger Atmosphäre empfehle ich das Freya Café & Deli im Centrum Praskie Koneser.
Hier habe ich es mir mehrmals mit einem Stück veganem Bananowiec – sehr „sahnigem“ Bananenkuchen – gut gehen lassen.

"Cafe Freya" auf dem Campus Koneser in Praga
Tisch mit Kerze vor der Theke des Cafes

Museen in Praga
» Unbezahlte Werbung

Ich selbst habe bei meiner Tour keines der Museen besucht, will diese aber auch nicht ganz unerwähnt lassen. Wenigstens einige der interessantesten sollen hier Erwähnung finden.
Denn passend zu den kulturellen Gegensätzen und historischen Wirren, wird den Besucher:innen in Praga noch das ein oder andere kuriose, oder zumindest weniger gewöhnliche Museum angeboten.

  • Neon-Museum | Ausstellung „realsozialistischer“ Neon-Reklame aus Zeiten der Planwirtschaft, als Reklame doch eigentlich keinen Sinn machte…
    📫Adresse: Soho Factory, Praga District, Mińska 25, 03-808 Warszawa
    🌍➟warsawtour.pl
  • Museum Warschau-Praga | Geschichte der Stadt Warschau östlich der Weichsel
    📫Adresse: Targowa 50/52, 03-733 Warszawa
    🌍➟muzeumpragi.pl
  • Museum des Polnischen Wodka
    📫Adresse: Plac Konesera 1, 03-736 Warszawa
    🌍➟muzeumpolskiejwodki.pl
  • Warschauer Druckmuseum
    📫Adresse: Ząbkowska 23/25, 03-736 Warszawa
    🌍➟muzeumdrukarstwa.muzeumwarszawy.pl

Ist Warschau Praga gefährlich?

Die alten Straßenzüge mit den allmählich verfallenden alten Wohnhäusern macht sicher den speziellen Charme von Praga aus. Damit einher geht aber auch das vielerorts sichtbare Elend. Praga gilt daher auch als der gefährlichste Stadtteil Warschaus. Wie sich das in Zahlen ausdrückt, weiß ich nicht.
Aber Warschau gilt generell als sichere Stadt. Und viele junge, kreative Menschen, denen ich eher wenig kriminelle Energie zuschreiben würde, „trauen“ sich ja auch nach Praga und leben hier.

47 Hinterhof Eingang Warschau East Rail Stories

» Wie immer, eine Frage des Gesunden Menschenverstands.

Ich habe mich auch in den abgerockten Straßen sicher gefühlt. Allerding sieht man gerade an den Eingängen zu den interessanten Hinterhöfen „komische Typen“ herumstehen.
In einem der Hinterhöfe in der Brzeska fühlte ich mich von einer Person an einem Hauseingang etwas beobachtet, sodass ich mich einfach wieder zur Straße bewegt habe.
Die Straßengangs in Praga sind offenbar real, und ich würde nicht unbedingt empfehlen, nachts alleine durch finstere Gassen zu spazieren.
Einfach aufmerksam bleiben und achtsam mit den Wertsachen umgehen.

Warst du auch schonmal im Stadtteil Praga in Warschau?

Welche Murals und anderen Streetart-Projekte sind dir besonders ins Auge gefallen? Würdest du selbst einen Aufenthalt in Praga empfehlen?
❓Oder planst du gerade einen Städtetrip nach Warschau und möchtest dich näher informieren?
❓Ich bin gespannt, in den Kommentaren von deinen Erfahrungen zu lesen und freue mich auch, dich bei deinen Fragen zur Reiseplanung zu unterstützen. 🤗

Kontaktiere mich auch gerne auf meinen Social Media-Kanälen oder per E-Mail: hello@east-rail-stories.de

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Hinweis: Alle in diesem Artikel beschriebenen Reisen wurden privat finanziert. Ich erhalte keine finanziellen Zuwendungen von in diesem Artikel genannten Unternehmen oder anderen Organisationen.


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Beitrag erstellt 62

4 Gedanken zu „Warschau Praga – 12 Tipps für das Szeneviertel im Osten

  1. Cool, ich hatte dir ja schon gesagt, dass ich noch nie in Polen war, obwohl ich aus Mittelsachsen komme hihi. Wenn ich es mal nach Polen schaffe, schau ich hier nochmal vorbei. Ich wurde auch gerade nochmal daran erinnert, dass du einen coolen Beitrag zu Vigo in Galizien hast. Da bin ich ja auf meinem Jakobsweg vorbei gelaufen. Den Artikel verlinke ich morgen gleich mal bei mir. Lg, Meike

    1. Hi Meike,

      vielen Dank. 🙂
      Jemand Kluges soll mal gesagt haben: „Man soll nach Polen reisen, solange man noch jung ist. Und auch darüber hinaus…“ 😉

      Deinen Jakobsweg-Artikel schau ich mir auch mal an. Ich habe auf meiner Tour nach Portugal ja einiges davon mitbekommen. Mir gefällt dieser Camino-Spirit.

      LG
      Dennis

  2. Ich liebe Streetart!

    Polen stand nie wirklich auf meiner Reisewunschliste, aber ich glaube, ich werde mal einen Roadtrip mit Berlingo starten.

    Mein einziger Besuch in Polen war echt eine Stippvisite. Da bin ich auf der Via Baltica von Swinemünde nach Bremen gepilgert.

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