Unten schneebedeckte Straße auf Riddarholmskyrkan zu. Die Kirchendächer bedeckt mit Schnee Himmel darüber stark bewölkt.

Stockholm Highlight: Riddarholmen im Winter

Die kleine Insel Riddarholmen (= Ritterinsel) ist ein Teil von Gamla Stan und gehört damit zur historischen Keimzelle der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Sie ist das ruhigere, weniger überlaufene Altstadt-Viertel, ohne Gastronomie und Souvenirshops. Fast ein Geheimtipp. Und doch ragt dort eines der Landmarken der Stadt in den Stockholmer Himmel. Sichtbar vom anliegenden Mälarsee und dem Rathaus. Unweit des Hauptbahnhofs. Eine kurze Tour durch Riddarholmen.

In der Mitte Kirchturm der Riddarholmskyrkan in Stockholm unter stark bewölktem Himmel. In der Nähe der Turms ist ein Flugzeug in der Ferne zu sehne.
Winterliche Atmosphäre auf Riddarholmen.

Riddarholmen ist an sich zentral gelegen und schnell zu Fuß vom anderen Teil der Stockholmer Altstadt und der City zu erreichen. Und doch scheint die Insel ein wenig isoliert. Grund ist die sechsspurige Hauptverkehrsbrücke Centralbron, die ihr vorgelagert ist. Zugänglich ist die kleine Altstadt-Insel durch die historische Brücke Riddarholmsbron (bro[n] = [die] Brücke).

Links unten die sechsspurige Straße Centralbron. Rechts daneben ein Kanal. Ganz rechts ein großer Ausschnitt des Gebäudes Riddarshuset in Stockholm. Blauer Himmel.
Die Brücke Riddarholmsbron führt vom Riddarhuset (rechts) über die Centralbron nach Riddarholmen (links).


Riddarholmskyrkan – Kirche der Könige

Eines der herausragenden Wahrzeichen der Stadt ist die Riddarholmkyrkan (kyrka[n] = [die] Kirche). Die Kirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Klosterkirche erbaut und dient zudem – und seit dem frühen 19. Jahrhundert ausschließlich – als königliche Begräbniskirche.

Mit Ausnahme von Königin Christina sind alle nachfolgenden schwedischen Herrscher von Gustav II. Adolf (🕆 1632) bis Gustaf V. (🕆 1950) in der Kirche von Riddarholmen begraben. Dem einzigen erhaltnen mittelalterlichen Sakralbau in Stockholm.

Nahaufnahme der Riddarsholmkyrkan in Stockholm. Die Dächer des Kirchenschiffs und der Chöre sind mit Schnee bedeckt. Blauer Himmel mit wenigen Wolken.

In Sommer und Herbst sowie zu Konzerten ist die Kirche für Besucher geöffnet. Im Winter ist sie allemal aufgrund ihrer rustikalen, gotischen Fassade einen Besuch wert. Interessant ist auch das Gesamtensemble mit den architektonisch etwas moderneren – und auch jüngeren – Grabchören. Die winterliche Atmosphäre verleiht ihr einen ganz eignen Charakter.


Rechts der demontierte alte Eckturm der Riddarholmskyrkan auf einem Backstein-Sockel. Der Turm steht auf einer Wiese, umgeben von Tischen mit Stühlen. Im Hintergrund ein orangenes kleines Gebäude des Stockholmer Technikmuseums. Gegen die Sonne fotografiert.

Wusstest du?

Am 28. Juli 1835 wurde der Kirchturm der Riddarholmskyrkan von einem Blitz getroffen, woraufhin die hölzernen Türme niederbrannten und durch Eisenkonstruktionen ersetzt werden mussten. Das Material stammte aus der historischen Hütte Åminne Bruk und erwies sich im Zusammenhang mit dem Verbindungsmaterial als nicht wetterfest.

Bereits im Jahr 1967 wurden die Türme wegen Rostschäden erneut ausgetauscht. Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten erhielt das Stockholmer Technikmuseum (Tekniska Museet) einen der demontierten Ecktürme als Schenkung vom Königlichen Baurat (Kungliga Byggnadsstyrelsen).

Den ausgestellten Turm kannst du dir kostenlos aus der Nähe im Außenbereich des Technikmuseums in Djurgården ansehen.


Birger Jarls Torg – Stadtgründer Stockholms

Die Kirche befindet sich direkt an einem historisch anmutenden Platz, dem Birger Jarls Torg (torg[et] = [der] Platz). Benannt nach dem Stadtgründer Stockholms: Birger Magnusson von Bjälbö. Der schwedische Staatsmann und Regent, der gemeinhin unter seinem Adelsnamen (bzw. Titel) Jarl bekannt ist, gründete Stockholm wahrscheinlich im Jahr 1252 – zunächst als Festung, die sich jedoch schnell als wichtige Handels- und Hafenstadt etablierte. (Quelle: planet-wissen.de)

Panorama-Sicht auf den Birger Jarl Torget auf Riddardholmen. Links der Wrangelsche Palais. Rechts ein roter Altbau. Die Statue Birger Jarl steht halb-mittig im Bild, auf einer Säule inmitten des Platzes. Der Boden ist mit Schnee bedeckt. Blauer Himmel.
Birger Jarl-Platz im winterlichen Gewandt.

Auf dem nach ihm benannten Platz wurde 1854 eine Statue ihm zu Ehren errichtet. Umringt von historischen Gebäuden wie dem Wrangelsche Palais aus dem 17. Jahrhundert.

Nahaufnahme der Statue von Birger Jarl auf der Säule. Links im Hintergrund ein Teil des Wrangelschen Palais mit kleinem Türmchen. Schnee auf dem Boden. Himmel bedeckt.
Stolz thront die Statue des Stadtgründers in Riddarholmen.

Der ehemalige Privatpalast dient heut als Gerichtsgebäude. Auch die anderen architektonischen Highlights auf der kleinen Insel werden heute in ähnlich funktioneller Weise als Büros genutzt. Daher ist hier auch meistens nicht allzu viel los. Gerade im Vergleich zur zentralen Altstadt auf Stadsholmen ist Riddarholmen fast eine Oase der Ruhe.

Blick über den mit Schnee bedeckten Birger Jarl Torget in Richtung Wrangelschem Palais. Im Vordergrund ragt ein schneebedeckter Busch aus einem der Blumenkübel ins Bild. Links-mittig kommt eine Fußgängerin entgegen. Blick Richtung Westen.
Nicht viel los auf dem Birger Jarl Torg.

Westufer von Riddarholmen: Evert Taubes Terrasse

Neben den architektonischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum der Insel lohnt sich der Blick auf die Mälarenbucht Riddarfjärden am Westufer der Insel. Nur wenige Schritte vom Birger Jarl Torg entfernt. Über den ausgestreckten Arm des Dichters und Barden Evert Taube hinweg, hinüber nach Södermalm im Süden und zur Brücke Västerbron im Westen des sich öffnenden Mälarsees.

Rechts die Statue Evert Taubes, mit der Laute in der linken Hand und auf dem überschlagenen Knie. Der rechte Arm zeigt mit offener Hand in Richtung der Küste Södermalms. Blick Richtung Westen, mit dem Mälarsee und der Västerbron ganz hinten im Bild. Bleuer Himmel, leicht bewölkt.
Evert Taube Skulptur am Westufer Riddarholmens.

In der anderen Richtung richtet sich der Blick unter der mit einer Laute bewaffneten Skulptur hindurch zum Stadshuset, dem Stockholmer Rathaus. Evert Taube ist in Schweden Nationaldichter, und eine Künstlerlegende. Er lebte zwischen 1890 und 1976, fuhr zur See und schrieb darüber: Gedichte, Lieder … und auch Gemälde zählen zu seinem Werk. (Quelle: bohuslän.de)

Rechts die Statue Evert Taubes, mit der Laute in der linken Hand und auf dem überschlagenen Knie. Der rechte Arm ragt mit offener Hand inden blauen Himmel. Blick Richtung Nord-Westen, mit dem Stadshuset (Rathaus) und dem Teil einer weißen Fähre im Bild. Links im Hintergrund die Västerbron über den Riddarsfjärden.
Den besten Blick auf das Stadshuset hast du auf Riddarholmen.

Unweit der Statue befindet sich eine weitere prominente Skulptur: „Solbåten„, ein sichtlich der besegelten Seefahrt gewidmetes Werk des Künstlers Christian Berg. Direkt neben dieser Granitkunst befindet sich entsprechend ein Bootsanleger. Viel ist aber auch hier nicht los. Im Jahr 2018 fuhr hier „probeweise“ die Pendelbat-Linie 85 (Riddarfjärdslinjen), deren kompletter Verkehr jedoch gegen Protest wieder eingestellt wurde (Quelle: mitti.se).

Bootsanleger am Westufer von Riddarholmen. Mittig-links die Skulptur "Solbåten". Eine Art Segel mit einem runden Loch, auf einem rechteckigen Sockel stehend. Rechts daneben hält eine kleine Fähre mit der Aufschrift "Gurli". Drei Leute warten auf das Boot. Der Boden ist schneebedeckt. Blauer Himmel.
Die M/S Gurli legt im Januar 2021 in Riddarholmen an. Provisorisch.

Zwischen 2020 und Mitte 2021 verband dann eine provisorische Fährlinie den Klara Mälarstrand (Hafen am Stadshuset) mit Riddarholmen. Doch auch dies ist Geschichte. So ist der Kai in Riddarholmen vor allem ein Ort der Entspannung und ein exzellenter Fotospot. Nicht nur, aber besonders auch in den Abendstunden.

Nach oben Richtung Kirchturmspitze der Riddarholmskyrkan fotografiert. Rechts und links die orange-gelben Fassaden Stockholmer Altbauten mit rechteckigen, sechs-gliedrigen Fenstern und mittelalterlichen Außenlaternen. Der Kirchturm ist halbverdeckt. Der Himmel ist strahlend-blau.
Einzigartige Stockholmer Architektur.

Die allgemein in warmen Farbtönen gehaltenen Stockholmer Altbauten prägen auch das Bild von Riddarholmen. Im Einklang mit den Straßen- und Hauslaternen und dem allgegenwärtigen Kirchturm der Riddarholmskyrkan vermitteln sie einen einzigartigen mittelalterlichen Charme. Daher ist die Insel nicht nur der berühmten Sehenswürdigkeiten wegen einen Abstecher wert. Sie ist eine der für Stockholm typischen, ruhigen Orte der Erholung.

Vom Westufer Riddarholmens Richtung Riddarholmskyrkan. Kirchturm rechts-mittig im Hintergrund, unten halb bedeckt von einer Häuserreihe. Links ragt eine Straßenlaterne schräg ins Bild. Der Himmel ist blau und unbewölkt. Der Fußweg ist mit Schnee bedeckt.
Riddarholmen vom Westufer aus.

Tipps Riddarholmen

  • Wie komme ich nach Riddarholmen? Am besten zu Fuß: Vom Bahnhof (Centralen) läufst du in südliche Richtung über die Vasabron (und hinter dem Riddarhuset rechts) etwa 15 Minuten. Vom Stadshuset aus sind es über die Norra Järnvägsbron ebenfalls maximal 15 Minuten.
  • Wann ist Riddarholmen am schönsten? Eigentlich immer. Wegen des freien Blicks Richtung Westen an Evert Taubes Terrasse ist der winterliche Sonnenuntergang hier besonders schön.
  • Wie viel Zeit brauche ich für Riddarholmen?: für einen entspannten Spaziergang mit Fotos etwa eine Stunde. Die Insel ist wirklich sehr klein. Wenn du (falls geöffnet) die Kirche besichtigen möchtest, solltest du etwas mehr Zeit einplanen.

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